Gibt es eine "Veranlagung zur Drogenabhängigkeit"? Wissenschaftler antworten
- Startseite
- Wissenschaft
- Gibt es eine "Veranlagung zur Drogenabhängigkeit"? Wissenschaftler antworten


Eine neue Studie unter der Leitung von Wissenschaftlern der Indiana University School of Medicine und der Washington University in St. Louis hat dazu beigetragen, zu enträtseln, warum manche Teenager schon sehr früh mit dem Konsum von Alkohol, Nikotin oder Cannabis beginnen.
Die Hauptfrage, die die Forscher beschäftigte, lautete: Verändert sich das Gehirn wirklich unter dem Einfluss von Substanzen, oder erhöht seine ursprüngliche Struktur selbst die Wahrscheinlichkeit eines frühen Konsums?
Quelle:
Alex P. Miller et al. "Neuroanatomische Variabilität und Beginn des Substanzkonsums in der späten Kindheit und frühen Adoleszenz", JAMA Network Open (2024). DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2024.52027
Felix Pichardo et al, The Adolescent Brain Cognitive Development Study and How We Think About Addiction, JAMA Network Open (2024). DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2024.51997
Im Rahmen der in JAMA Network Open veröffentlichten Arbeit untersuchten Experten Daten von mehr als 9.800 Kindern im Alter von 8,9-11 Jahren (zu Beginn der Nachbeobachtung) aus 22 Forschungszentren in den Vereinigten Staaten. Die Studie wurde über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt. Die Wissenschaftler verfolgten, welche Teilnehmer vor dem Alter von 15 Jahren mit dem Konsum von Alkohol, Nikotin, Cannabis oder anderen Substanzen begannen. Parallel dazu wurden MRT-Scans des Gehirns durchgeführt, um dessen Volumen und strukturelle Merkmale in verschiedenen Bereichen zu bestimmen.
Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder, die zu frühem Konsum neigen, häufig einige charakteristische Merkmale der Gehirnstruktur aufwiesen: ein größeres Gesamtvolumen des Gehirns, einen vergrößerten Hippocampus und Globus Pallidum sowie eine dünnere Hirnrinde in den Frontallappen, insbesondere im mittleren frontalen Gyrus. Interessanterweise wurden all diese Unterschiede festgestellt, noch bevor die Jugendlichen begannen, Alkohol oder Zigaretten zu probieren. Dies deutet darauf hin, dass eine Reihe von Kindern eine angeborene "Anfälligkeit" haben, die sie anfälliger für einen frühen Konsum macht.
Ungefähr 35 Prozent der Teilnehmer gaben zu, vor ihrem 15. Lebensjahr mit dem Konsum einer Substanz begonnen zu haben. Die häufigste Substanz war Alkohol (etwa 90 Prozent der Fälle). Die Wissenschaftler betonen, dass solche Daten wichtig sind, um die Mechanismen der Sucht bei Jugendlichen zu verstehen und Präventionsstrategien zu entwickeln. Wenn strukturelle Merkmale des Gehirns die Neigung, mit illegalen oder gefährlichen Substanzen zu experimentieren, beeinflussen, könnte dies die Art und Weise verändern, wie wir das Wesen der Sucht und Therapieansätze betrachten.
In einem begleitenden Kommentar weisen Experten der Universität von Minnesota darauf hin, dass der Umfang und das Design der Studie (einschließlich genetischer Messungen und Beobachtungen der Zwillinge) eine sehr zuverlässige Trennung zwischen vorbestehenden Faktoren und substanzinduzierten Veränderungen ermöglichen.
Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit einer anderen aktuellen Studie, die zu ähnlichen Schlussfolgerungen hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen jugendlichem Cannabiskonsum und psychotischen Symptomen kam.
Die entdeckten Fakten deuten also darauf hin, dass Substanzen nicht nur das Gehirn "umgestalten", sondern dass die Struktur des Gehirns selbst zunächst die Voraussetzungen für ein früheres Experimentieren mit Alkohol und Drogen schaffen kann.
- Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Eiszeit die Frösche in Afrika immer noch beeinträchtigt
- Wissenschaftler haben mit Kurkuma und Ingwer eine Beschichtung für Implantate entwickelt
- älteste Krake" entpuppt sich als gar keine Krake - Studie
- Der Körper von Pavianweibchen kann ungeeignete Spermien "aussortieren" - Studie
- Frösche bevorzugen "Betonwohnungen" gegenüber Waldunterkünften - Studie
- Tintenfische finden einen Partner durch Berührung und Geschmack - Studie zeigt
Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













