Leben auf dem Mars könnte schon vor 4 Milliarden Jahren existiert haben

  1. Startseite
  2. Wissenschaft
  3. Raumfahrt
  4. Leben auf dem Mars könnte schon vor 4 Milliarden Jahren existiert haben
Die NASA hat mögliche Spuren von altem Leben auf dem Mars entdeckt
22:30, 15.09.2025

Letztes Jahr machte die NASA eine sensationelle Meldung: Der Rover Perseverance auf dem Mars hatte mögliche Anzeichen von altem Leben entdeckt.



Die technischen Details wurden jetzt in der Zeitschrift Nature veröffentlicht. Trotz der vorsichtigen Formulierung könnte es sich um eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Entdeckungen der Geschichte handeln, so The Conversation.

Bei dem fraglichen Felsen handelt es sich um die Cheyava Falls, ein Fragment eines uralten Schlammsteins, der vor etwa 4 Milliarden Jahren von Wasser gebildet wurde. Im Gegensatz zu den meisten Gesteinen auf dem Mars ist die rote Farbe dieses Gesteins nicht auf Staub zurückzuführen, sondern auf oxidiertes Eisen in seiner Zusammensetzung. Noch interessanter ist jedoch, dass das Gestein mit kleinen hellen Flecken gesprenkelt ist, die von dunklen, phosphorhaltigen Mineralien umgeben sind. Auch organische Verbindungen wurden in dem Gestein gefunden.

Auf der Erde nutzen alle lebenden Organismen Redoxreaktionen (Redoxreaktionen), um Energie zu erzeugen. Bei Tieren zum Beispiel übertragen die Mitochondrien Elektronen von Glukose auf Sauerstoff. Einige Bakterien verwenden jedoch andere Verbindungen, darunter oxidiertes Eisen.

Wenn solches Eisen (Eisen(III)) in eine reduzierte Form (Eisen(II)) umgewandelt wird, wird es löslich und kann durch Wasser ausgelaugt werden oder mit ihm reagieren, um hellere Mineralien zu bilden. Daher sind solche "Reduktionsflecken" häufig in roten Sedimentgesteinen auf der Erde zu finden. Ähnliche Formationen wurden bei Perseverance in Cheyava Falls und - noch ausgeprägter - an der Stelle Serpentine Rapids gefunden, aber dort hatte der Rover keine Zeit, Proben zu sammeln.

Die neue Nature-Veröffentlichung bestätigt: Die hellen Flecken enthalten reduziertes Eisen, Schwefel (in Form von Sulfiden) und organische Verbindungen. Die Forscher glauben, dass die Redoxreaktionen im Inneren des Gesteins nach seiner Entstehung stattgefunden haben, was zu einer lokalen Verfärbung führte.

Bemerkenswerterweise finden solche Reaktionen - insbesondere die Reduktion von Sulfaten - normalerweise nicht bei niedrigen Temperaturen statt, wie es auf dem Mars der Fall ist. Aber sie sind unter Beteiligung von Mikroben durchaus möglich. Darüber hinaus können solche Mikroben Phosphate produzieren - und die sind ebenfalls im Gestein zu finden.

Es gibt keine eindeutige Antwort. Ohne die Proben zurück zur Erde zu bringen, ist es unmöglich, alle notwendigen Laboranalysen durchzuführen. Die Mars Sample Return Mission, ein gemeinsames Projekt der NASA und der ESA, hat bisher mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, aber es ist die Mission, die die endgültige Antwort liefern könnte.

Wie die Autoren der Studie betonen, gibt es noch keine völlig überzeugende nicht-biologische Erklärung für alle Beobachtungen. Aber in der Astrobiologie gilt dies nicht als Beweis für Leben - es ist erst der Anfang der Reise. Die Geschichte der Wissenschaft zeigt, dass, wenn es heute keine Erklärung gibt, das nicht bedeutet, dass sie morgen nicht gefunden wird.

Die Wissenschaftler werden untersuchen müssen, welche Redoxreaktionen mit Eisen, Schwefel und organischen Stoffen ohne Leben möglich sind. Und die Raumfahrtagenturen müssen mutig genug sein, eine Probenrückführungsmission durchzuführen. Ja, es ist teuer - aber es steht unglaublich viel auf dem Spiel: Wir stehen vielleicht kurz davor, außerirdisches Leben zu entdecken.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

Nachrichten nach Themen

Populäre Nachrichten

Kriegsnachrichten