Wie die Menschen in Mesopotamien ein Identifikationssystem erfanden
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Wie die ersten menschlichen Signaturen in Mesopotamien auftauchten.
Eine der erkennbarsten, aber am wenigsten bekannten Erfindungen des alten Mesopotamiens waren zylindrische Siegel - Miniatur-Steinrollen, mit denen die Bewohner des Mittelalters Dokumente "unterschrieben". Diese winzigen Artefakte, die nicht mehr als fünf Zentimeter hoch waren, waren nicht nur ein nützliches Werkzeug, sondern spiegelten auch die Persönlichkeit, den sozialen Status und die Ansichten ihres Besitzers wider.
The Conversation berichtet darüber.
Mesopotamien, das zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris liegt, hat der Menschheit viele Innovationen beschert - von der Schrift über Städte bis hin zu den ersten Staaten. Zylindrische Siegel, die vor etwa 6.000 Jahren auftauchten, wurden zu einem weiteren Symbol der Zivilisation.
Jedes Siegel war ein Zylinder aus Halbedelsteinen - Lapislazuli, Chalcedon oder Achat -, auf dessen Oberfläche Meistergraveure Bilder und Inschriften in der Tiefdrucktechnik aufbrachten. Als der Zylinder auf nassem Ton gerollt wurde, hinterließ er einen Reliefabdruck auf der Tafel - ein Zeichen dafür, dass das Dokument vom Besitzer genehmigt wurde. In diesem Sinne waren die antiken Siegel direkte Vorläufer der modernen Autogramme und sogar der digitalen Unterschriften.
Materialien und Herstellungstechniken hingen vom Reichtum und der Stellung des Besitzers ab. Elitäre Siegel wurden aus seltenen Steinen geschnitzt, die von weit her gebracht wurden: Diorit wurde aus dem Oman, Lapislazuli aus Afghanistan, Karneol und Achat aus dem Indus-Tal gebracht. Nur Adlige, Priester und Beamte konnten sich solche Dinge leisten. Das gemeine Volk benutzte Produkte aus Kalkstein, Ton oder Glas.
Doch nicht nur der Preis des Materials bestimmte den Wert des Siegels. Jedes von ihnen enthielt einzigartige Bilder und Inschriften, die über den Besitzer Auskunft gaben. Der Name, die Abstammung, der Beruf und sogar das Geschlecht der Person waren auf dem Stein eingraviert. Forscher haben Hinweise darauf gefunden, dass auch wohlhabende Frauen Siegel besaßen - wenn auch viel seltener als Männer.
Die Menschen drückten auch ihre religiöse Zugehörigkeit durch Bilder und Texte aus. Die Zylinder enthalten Gebete, die an persönliche Gottheiten gerichtet sind, und Szenen der Anbetung, die Götter und Anbeter darstellen.
Die Siegel wurden von besonderen Meistern angefertigt - Steinmetzen. Ihre Arbeit erforderte die Präzision eines Juweliers: Das Bild musste spiegelbildlich geschnitzt werden, damit es beim Rollen richtig aussah. Die Themen reichten von häuslichen Szenen und militärischen Episoden bis hin zu mythologischen Handlungen mit Göttern, Helden und fantastischen Kreaturen.
Manchmal genehmigten königliche Beamte persönlich das Design des Siegels, besonders wenn es für Höflinge bestimmt war. Es gibt Vermutungen, dass einige Siegel im Voraus angefertigt wurden - mit beliebten Motiven und dann für einen bestimmten Kunden fertiggestellt. Die meisten der gefundenen Exemplare, vor allem die der Elite, waren jedoch Einzelanfertigungen.
Der Verlust eines Siegels galt als schlechtes Zeichen, da es nicht nur Macht, sondern auch die Identität einer Person symbolisierte. Modernen Unterschriften - ob auf Papier oder elektronisch - fehlt diese Individualität, aber die Idee der Selbstbestätigung und Verantwortung für das Wort hat ihre Wurzeln in Mesopotamien.
Zylindrische Siegel waren, wie die Schrift, die Religion und die staatliche Verwaltung, die Eckpfeiler der antiken Zivilisation des Mittelalters. Obwohl sich ihr Zweck geändert hat, ist das Konzept der persönlichen Identifikation und der symbolischen Bestätigung des eigenen Willens auch heute noch lebendig.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













