Wissenschaftler haben Rezepte für die Einbalsamierung von Mumien entschlüsselt
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Wissenschaftler haben die Luft um ägyptische Mumien "erschnüffelt" und Einbalsamierungsrezepte gefunden
Der charakteristische "museale" Geruch der altägyptischen Mumien war nicht nur das Ergebnis der Zeit: Er verbirgt die chemische Signatur der Inhaltsstoffe, die zur Behandlung der Leichen verwendet wurden. Forscher haben eine Methode vorgeschlagen, mit der Sie die Zusammensetzung der Balsame bestimmen können, ohne Binden und Gewebe zu beschädigen.
Wenn ein Mensch neben einer ägyptischen Mumie steht, nimmt er oft einen anhaltenden, leicht "muffigen" Geruch wahr. Lange Zeit wurde dies mit der Alterung und Zersetzung der Materialien erklärt. Eine neue Analyse hat jedoch gezeigt: Es handelt sich um eine Mischung aus flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die sowohl Aufschluss über das Rezept für die Einbalsamierung als auch über den Zeitraum der Bestattung geben können.
Normalerweise ist es schwierig, die Zusammensetzung von Einbalsamierungen festzustellen: Dazu muss man Fragmente von Binden oder Geweben entnehmen, sie auflösen und eine Laboranalyse durchführen - das heißt, das Objekt tatsächlich beschädigen. Das Forscherteam schlug einen schonenderen Ansatz vor: nicht die Materialien selbst, sondern die Luft im Raum darüber zu analysieren.
Bei ihrer Arbeit verwendeten die Wissenschaftler die Methode HS-SPME-GC/Q-TOFMS (Mikroextraktion in der Gasphase + Gaschromatographie + hochpräzise Massenspektrometrie). Sie ermöglicht es, Moleküle, die von der Oberfläche von Balsamen und Geweben verdampfen, zu "sammeln", sie zu trennen und chemische Marker zu identifizieren. Die Studie umfasste 35 Proben von Balsamen und Bandagen von 19 Mumien aus einer Zeitspanne von mehr als zweitausend Jahren.
Am Ende der Analyse registrierte das Team 81 verschiedene flüchtige Verbindungen, die sie in vier Hauptkategorien von Inhaltsstoffen einteilten: Fette und Öle, Bienenwachs, Pflanzenharze und Bitumen.
Die Autoren stellen außerdem fest, dass die chemischen "Signaturen" je nach Epoche variieren: Frühe Mumien weisen eher einfachere Mischungen auf, die auf Fetten und Ölen basieren, während spätere Perioden komplexe Zusammensetzungen mit teuren Harzen und Bitumen aufweisen.
Eine weitere Schlussfolgerung ist, dass verschiedene Körperteile unterschiedlich behandelt worden sein könnten. Zum Beispiel sind die flüchtigen Profile im Kopf- und Rumpfbereich manchmal unterschiedlich, was auf separate Rezepte für verschiedene Bereiche oder Organe hinweisen könnte.
Die Entwicklung wird als nützliches Werkzeug für Museen und Kuratoren angesehen: Das VOC-Screening kann eine schnelle, zerstörungsfreie Methode für die erste Bewertung der Materialzusammensetzung und des Zustands eines Exponats sein. Die Forscher betonen jedoch, dass die Methode zum jetzigen Zeitpunkt in erster Linie für eine vorläufige Diagnose geeignet ist - und dass in manchen Fällen noch Mikroproben für eine genaue Interpretation erforderlich sein können.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













