Archäologen haben in Jordanien einen 5.000 Jahre alten Ritualkomplex gefunden
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Ein internationales Team von Archäologen unter der Leitung von Forschern der Universität Kopenhagen hat in Jordanien eine einzigartige Entdeckung gemacht.
In der Region Muraigat haben Wissenschaftler einen riesigen Ritualkomplex entdeckt, dessen Alter auf 5.000 Jahre geschätzt wird. Er stammt aus der frühen Bronzezeit und könnte nach Ansicht von Experten Aufschluss darüber geben, wie alte Gesellschaften mit sozialen und klimatischen Umwälzungen zurechtkamen.
Der Komplex wurde nach dem Zusammenbruch der chalkolithischen Kultur (ca. 4500-3500 v. Chr.) errichtet, die für ihre kleinen Siedlungen, kultischen Traditionen und die starke Verwendung von Kupfer bekannt ist. Die Forscher vermuten, dass der Klimawandel und interne Krisen zum Zusammenbruch dieser Kultur führten und die Menschen der frühen Bronzezeit daraufhin begannen, neue rituelle Praktiken und Formen der sozialen Organisation zu entwickeln.
Laut der Projektleiterin, der Archäologin Susanne Kerner von der Universität Kopenhagen, wurden in Muraigat anstelle von Siedlungen mit kleinen Heiligtümern, wie sie für das Chalkolithikum typisch sind, Dolmen, Megalithen und stehende Steine gefunden - Zeichen für kollektive Rituale und Bestattungen. Es wurden keine Behausungen gefunden, was darauf hindeutet, dass die Stätte eher einem rituellen als einem häuslichen Zweck diente.
"Unsere Ausgrabungen zeigen, dass die Menschen nach dem sozialen Niedergang nach neuen Wegen der Selbstidentifikation und Interaktion suchten. Vielleicht dienten solche Monumente dazu, Territorium, Rollenhierarchie und Gemeinschaftszusammenhalt zu markieren", erklärt Kerner.
Bei den Untersuchungen wurden auf dem zentralen Hügel mehr als 95 Dolmen - Steingräber - sowie Steinzäune und in Fels gehauene Vertiefungen entdeckt. Außerdem fanden die Wissenschaftler Keramikfragmente, große Gemeinschaftsschüsseln, Steinmühlensteine, Feuersteinwerkzeuge, Tierhörner und seltene Kupferobjekte. All dies deutet auf rituelle Aktivitäten hin, die wahrscheinlich von gemeinsamen Mahlzeiten begleitet wurden.
Besonderes Augenmerk legen die Archäologen auf die Lage des Komplexes: Dank seiner erhöhten Position ist er von der Umgebung aus deutlich sichtbar, was auf seine Rolle als regionaler Treffpunkt für verschiedene Gruppen von Menschen hinweisen könnte.
Wie Kerner bemerkt, erlaubt uns der Fund, die Transformationsprozesse früher Gesellschaften neu zu überdenken:
"Muraigat ist ein Beispiel dafür, wie Menschen in der Antike angesichts der Instabilität neue Formen kollektiver Identität durch Rituale und monumentale Strukturen schufen."
Susanne Kerner beschrieb die Ergebnisse ihrer Forschung in ihrem Artikel "Dolmen, stehende Steine und Rituale in Muraigat", der in der Fachzeitschrift Levant veröffentlicht wurde.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













