Babys, Bildschirme und Sprache: Wie Gadgets die Sprachentwicklung beeinflussen
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Ein internationales Team von Wissenschaftlern aus 20 Ländern hat herausgefunden, dass Kleinkinder die empfohlenen Grenzen der Bildschirmzeit weit überschreiten.
Fernsehen und Smartphones werden von Kindern am häufigsten genutzt, und es hat sich gezeigt, dass exzessives Fernsehen mit einer schlechteren Sprachentwicklung verbunden ist. Gleichzeitig wirken sich das Lesen von Büchern und die gemeinsame Nutzung von Bildschirminhalten mit Erwachsenen positiv auf die Sprachkenntnisse aus.
Zunehmende Bildschirmzeit
Seit der COVID-19-Pandemie hat die Nutzung von Bildschirmen bei Kleinkindern besonders stark zugenommen, was Anlass zur Sorge über die Auswirkungen auf die frühe kognitive und motorische Entwicklung gibt. Frühere Studien deuten auf einen negativen Zusammenhang zwischen längerer Bildschirmzeit und dem Erwerb von verbalen, sozial-emotionalen und selbstregulierenden Fähigkeiten hin. Pädiatrische Verbände empfehlen daher, die Bildschirmnutzung für Kinder unter zwei Jahren vollständig zu unterbinden und für ältere Kinder die Bildschirmzeit zu begrenzen und von einem Erwachsenen begleiten zu lassen.
Studienaufbau
In der Studie "Use of Screens, Books and Adults' Interactions on Toddler's Language and Motor Skills: A Cross-Cultural Study Among 19 Latin American Countries from Different SES" (Nutzung von Bildschirmen, Büchern und Interaktionen mit Erwachsenen auf die sprachlichen und motorischen Fähigkeiten von Kleinkindern: Eine kulturübergreifende Studie in 19 lateinamerikanischen Ländern mit unterschiedlichem sozialen Status), die in PLOS ONE veröffentlicht wurde, analysierten Wissenschaftler Daten von 1.878 Kleinkindern im Alter von 12 bis 48 Monaten aus lateinamerikanischen Ländern. Die Daten wurden zwischen August 2021 und März 2023 erhoben.
Die Eltern füllten Fragebögen aus, in denen die mit Erwachsenen geteilte Bildschirmzeit, die Zeit, die mit dem Lesen von Büchern verbracht wurde, sowie die Sprachfähigkeiten der Kinder und einige Aspekte der motorischen Entwicklung bewertet wurden. Der sozioökonomische Status (SES) wurde durch den Zugang zu grundlegenden Ressourcen, das Bildungsniveau und den Beruf der Eltern bestimmt.
Wichtigste Ergebnisse
- Kinder sahen am häufigsten fern (auch im Hintergrund), mit einer durchschnittlichen täglichen Dauer von mehr als einer Stunde.
- Am meisten konsumierte Inhalte: Unterhaltungsprogramme, Musik und Bildungsprogramme.
- Korrelation mit dem sozioökonomischen Status: Familien mit einem niedrigeren sozioökonomischen Status nutzten seltener Bücher und verfügten über weniger Bildungsressourcen.
- Negative Korrelation: Ein erhöhter Bildschirmkonsum wurde mit einem geringen Wortschatz und einer verzögerten Erreichung von Sprachmeilensteinen in Verbindung gebracht.
- Positive Korrelation: Das Lesen von Büchern und das gemeinsame Betrachten mit Erwachsenen trug zu einer besseren Sprachentwicklung bei.
- Motorische Fähigkeiten: Es wurde kein signifikanter Zusammenhang mit der Zeit vor dem Bildschirm festgestellt.
Die Autoren betonen, dass die Faktoren, die die frühe Entwicklung von Kleinkindern beeinflussen, sorgfältig analysiert werden müssen, da die Bedeutung digitaler Geräte weiter zunimmt. Ein kontrollierter Versuchsansatz wird eine genauere Trennung der Auswirkungen der Bildschirmzeit von anderen Variablen ermöglichen.
Quelle: Lucas G. Gago-Galvagno et al, Use of screens, books and adults' interactions on toddler's language and motor skills: A cross-cultural study among 19 Latin American countries from different SES, PLOS ONE (2025). DOI: 10.1371/journal.pone.0314569
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.













