Ballaststoffe gegen Krebs: Wie Lebensmittel die Funktionsweise der Gene verändern

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Ihre Ernährung verändert Ihre Gene: Wie Ballaststoffe bei der Krebsbekämpfung helfen
07:30, 13.01.2025

Wissenschaftler des Stanford University Medical Center haben herausgefunden, dass die Aufnahme von Ballaststoffen unsere Gene direkt beeinflusst und möglicherweise krebshemmend wirkt.



Obwohl seit langem bekannt ist, dass Ballaststoffe gut für die Verdauung sind, nehmen weniger als 10% der US-Bürger sie in ausreichender Menge zu sich. Eine neue Studie hat einen spezifischen Mechanismus aufgedeckt, der erklärt, wie Ballaststoffe unserem Körper helfen, sich vor Krebs zu schützen.

Quelle: "Die kurzkettigen Fettsäuremetaboliten Propionat und Butyrat sind einzigartige epigenetische Steuerungselemente, die Ernährung, Stoffwechsel und Genexpression miteinander verbinden", Nature Metabolism (2025). DOI: 10.1038/s42255-024-01191-9

Wenn wir ballaststoffreiche Lebensmittel (Bohnen, Nüsse, Avocados und Kreuzblütler wie Brokkoli und Blumenkohl) essen, "verdauen" die Bakterien in unserem Darm diese und produzieren kurzkettige Fettsäuren (SCFAs), insbesondere Propionat und Butyrat. Früher vermutete man, dass diese Substanzen die Gene beeinflussen könnten, aber die Forscher wussten nicht genau, wie das geschieht.

Die neue Arbeit liefert eine Antwort: Propionat und Butyrat, die beim Abbau von Ballaststoffen entstehen, führen zu epigenetischen Veränderungen (d.h. Veränderungen in der Funktionsweise von Genen, ohne ihre zugrunde liegende Struktur zu verändern) in den Darmzellen. Die Wissenschaftler untersuchten die Veränderungen in den Genen gesunder Zellen, menschlicher Dickdarmkrebszellen und von Labormäusen.

Die Ergebnisse zeigten, dass CCLC bestimmte Gene, die an der Zellvermehrung, der Differenzierung und am Mechanismus des programmierten Zelltods (Apoptose) beteiligt sind, ein- und ausschaltet. All dies trägt dazu bei, die für Krebsprozesse charakteristische unkontrollierte Zellteilung zu verlangsamen oder zu verhindern.

Laut Professor Michael Snyder, einem der Autoren der Studie, sind die Ergebnisse von großer Bedeutung, da kurzkettige Fettsäuren in der Lage sind, durch den ganzen Körper zu wandern, was bedeutet, dass sie viele Organe beeinflussen können, nicht nur den Darm. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit von Darmkrebs bei jungen Menschen in den letzten Jahren ist es wichtig, die Rolle der Ernährung bei der Vorbeugung dieser Krankheit erneut zu betonen.

Wissenschaftler betonen, dass die moderne Ernährung oft arm an Ballaststoffen ist und unser Mikrobiom einen "Mangel" an lebenswichtigen Nährstoffen aufweist. Dies führt dazu, dass der Körper weniger Propionat und Butyrat produziert, was bedeutet, dass wir einen Teil unserer natürlichen Abwehrkräfte gegen Krebs und andere Krankheiten verlieren.

Den Forschern zufolge könnte das Verständnis, wie und welche spezifischen Gene durch Ballaststoffe beeinflusst werden, Gesundheitsexperten dabei helfen, personalisierte Strategien zur Krebsbehandlung zu entwickeln.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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