Geheimnis der 'unterirdischen Hirsche' von Toronto nach 50 Jahren gelöst
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Fast ein halbes Jahrhundert lang haben mysteriöse Überreste, die unter den Straßen von Toronto gefunden wurden, die Wissenschaftler beschäftigt.
Als Arbeiter 1976 eine neue U-Bahn-Leitung verlegten, stießen sie auf ein ungewöhnliches Geweih mit massiven horizontalen Ästen.
Der Fund erregte sofort das Interesse von Spezialisten und die Art wurde Torontoceros hypogaeus genannt -"Torontos unterirdischer Hirsch".
Er wurde schnell zu einer Legende unter den Menschen als "der Hirsch aus dem Untergrund".
Doch trotz der anfänglichen Welle des Interesses konnten Wissenschaftler viele Jahre lang nicht feststellen, zu welcher Art das uralte Tier gehörte. Die Geweihe schienen zu ungewöhnlich für bekannte nordamerikanische Hirsche zu sein, und Versuche, die Exemplare mit anderem fossilen Material zu vergleichen, brachten keine Ergebnisse.
Die Situation änderte sich erst vor kurzem, als Spezialisten der Universität Trent moderne Methoden zur Analyse alter DNA anwandten. Die Forscher untersuchten das genetische Material von etwa zwei Dutzend Überresten von Vertretern der Rentierfamilie - von alten Elchen bis hin zu den Vorfahren der Rentiere - und verglichen es mit den mysteriösen "Hörnern und dem H aus dem Untergrund". Wie sich herausstellte, passen die Überreste zu keiner der bekannten Arten.
Die neueste Analyse ermöglichte die Feststellung: Das mysteriöse Torontoceros gehört zu einer bisher unbekannten, inzwischen ausgestorbenen Art, die den modernen Vilorogi - Weißschwanz- und Schwarzschwanzrentieren - nahe steht. Wie der Leiter der Studie, Dr. Aaron Shafer, erklärte, "kann diese Art als eine Art alter Verwandter, als eine Art 'Großvater' der heutigen nordamerikanischen Hirsche betrachtet werden".
Die Wissenschaftler stellen fest, dass das Aussterben von Torontoceros höchstwahrscheinlich mit dem großflächigen Aussterben der Megafauna vor etwa 12.000 Jahren zusammenhängt - einer Zeit, in der viele große Säugetierarten nicht in der Lage waren, sich an den schnellen Klimawandel nach der letzten Eiszeit anzupassen.
Die Arbeit wurde von Dr. Schafer und Dr. Camilla Kessler durchgeführt. Die vollständige Studie wird in der Zeitschrift Biology Letters veröffentlicht und ist bereits als Preprint verfügbar.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













