In einer chinesischen Grabstätte wurde 2.300 Jahre alter Alkohol in einer Bronzeflasche entdeckt
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In China haben Archäologen eine Bronzeflasche untersucht, die mehr als zweitausend Jahre lang versiegelt in einem Grab gelegen hatte. Darin befand sich weder eine Erdlösung noch zufälliges Wasser, sondern ein antikes alkoholisches Getränk auf Getreidebasis.
Das Gefäß wurde in einem Grab auf dem Friedhof von Shangjiabao gefunden. Es stammt aus der Spätzeit der Schlachtkönigreiche, als der Qin-Staat in der Region existierte. Im Inneren befanden sich etwa 3,74 Liter einer klaren bläulich-grünen Flüssigkeit mit einem kleinen Sediment am Boden. Die Studie wurde im Journal of Archaeological Science: Reports veröffentlicht.
Das Besondere an diesem Fund ist seine seltene Konservierung. Normalerweise untersuchen Wissenschaftler nicht das antike Getränk selbst, sondern Spuren an den Wänden der Gefäße: Ablagerungen, organische Rückstände, chemische Marker. Hier hatten die Forscher die echte Flüssigkeit, die dank der dichten zweischichtigen Versiegelung des Gefäßes erhalten blieb.
Details
Die Bronzeflasche hatte einen ungewöhnlichen Hals, der an einen Knoblauchkopf erinnerte. Solche Gefäße werden im alten China mit der Aufbewahrung von alkoholischen Getränken in Verbindung gebracht, so dass die Form selbst schon ein Hinweis für die Archäologen war. Aber die endgültige Schlussfolgerung wurde erst nach einer chemischen und mikroskopischen Analyse gezogen.
Die Wissenschaftler fanden hohe Gehalte an Milch- und Oxalsäure in der Flüssigkeit und fast keine Weinsäure. Dies ist ein wichtiger Unterschied: Weinsäure ist charakteristisch für Trauben- oder Fruchtwein, und die gefundene Zusammensetzung entspricht eher einem Getränk aus Getreide.
Die mikroskopische Analyse ergab, dass das Getränk hauptsächlich aus Hirse hergestellt wurde. Sie fanden auch Spuren von Weizen oder Gerste und Hefezellen darin. Dies deutet darauf hin, dass die Flüssigkeit tatsächlich einer Gärung unterzogen wurde und nicht einfach eine organische Lösung war, die über Jahrhunderte im Boden lag.
Der Studie zufolge wurde das Gefäß besonders sorgfältig versiegelt: innen mit Stoff und außen mit einem klebrigen organischen Kitt. Dieser Schutz hat wahrscheinlich dazu beigetragen, dass die Flüssigkeit mehr als 2.300 Jahre überdauert hat.
Warum das wichtig ist
Der Fund hilft uns zu verstehen, wie Alkohol im alten China während des Qin-Staates hergestellt wurde. Die Analyse enthüllte nicht nur die Fermentation selbst, sondern auch eine mögliche Technologie: Das Getreide wurde möglicherweise gemahlen, erhitzt und ein Starter verwendet, um die Fermentation zu starten.
Dies ist wichtig, da antike Brauereien oft anhand von indirekten Spuren rekonstruiert werden müssen. Hier haben die Wissenschaftler seltenes direktes Material erhalten: Flüssigkeit, Sediment, Stärkekörner, Hefezellen und die chemische Zusammensetzung des Getränks.
Diese Daten deuten nicht nur darauf hin, dass die Menschen Alkohol tranken, sondern auch darauf, dass sie bereits über ein ziemlich ausgefeiltes Wissen über Rohstoffe, Sauerteig, Gärung und Getränkelagerung verfügten.
Hintergrund
Die chinesische Tradition der Herstellung von alkoholischen Getränken ist sehr alt. Archäologische Beweise zeigen, dass es in China bereits im Neolithikum, also lange vor der Zeit der kämpfenden Königreiche, fermentierte Getränke gab. Aber die spezifischen Rezepte, Rohstoffe und Technologien der verschiedenen Epochen bleiben oft umstritten.
Im alten China gab es verschiedene Möglichkeiten, Alkohol herzustellen. Eine bestand in der Verwendung von gekeimtem Getreide, eine andere in einer auf Getreide und Mikroorganismen basierenden Fermentation. Die neue Analyse deutet darauf hin, dass das Getränk aus Shanjiabao speziell mit der Tradition der Getreidesaat in Verbindung gebracht werden könnte.
Quelle
Ruru Chen et al, "Decoding alcoholic beverage and brewing practices of the Qin state during the Warring States period (475-221 BC) based on archaeological evidence", Journal of Archaeological Science: Reports, 2026.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













