Juckreiz und Entzündung: Warum Sie einen Ausschlag nicht aufkratzen sollten

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Warum Sie einen Ausschlag nicht aufkratzen sollten, auch wenn er stark juckt
Credit: Pixabay/CC0 Public Domain
08:00, 06.02.2025

Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der University of Pittsburgh, die in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, hilft uns zu verstehen, warum das Kratzen an einem juckenden Ausschlag das Ekzem verschlimmert und die Heilung verlangsamt, obwohl es selbst vorübergehend Linderung verschafft.



Das Experiment wurde an einem Mausmodell für allergische Kontaktdermatitis durchgeführt, eine Art von Ekzem, das durch eine Reaktion auf Reizstoffe (wie Giftefeu oder Metalle wie Nickel) verursacht wird.

Quelle: A.W. Liu et al. "Kratzen fördert allergische Entzündung und Wirtsabwehr über neurogene Mastzellenaktivierung", Science (2025). DOI: 10.1126/science.adn9390

Die Autoren der Studie unter der Leitung von Daniel Kaplan, Professor für Dermatologie und Immunologie, sahen sich mit einem scheinbaren Widerspruch konfrontiert: Wenn "Kratzen" schädlich ist, warum erscheint dieser Vorgang dann oft so angenehm und sogar evolutionär festgelegt? Die Forscher fanden die Antwort in der Doppelrolle der Entzündung:

  1. Die Verschlimmerung des Ekzems.
    In dem Experiment lösten sie bei Mäusen Symptome aus, die der menschlichen Kontaktdermatitis ähneln, und erlaubten den Tieren dann, sich zu kratzen oder hinderten sie umgekehrt daran, dies zu tun. Es stellte sich heraus, dass die Probanden, die sich unkontrolliert kratzten, stärkere Schwellungen und eine erhebliche Ansammlung von Neutrophilen (Immunzellen) aufwiesen. Die Mäuse, die sich nicht kratzen konnten (dank des speziellen Halsbandes), hatten viel weniger Entzündungen.

  2. Zusätzlicher Schutz gegen Bakterien.
    Paradoxerweise kann das Kratzen eine positive Wirkung auf die Abwehrkräfte der Haut gegen Infektionen haben. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Schmerzneuronen die Substanz P (Substanz P) freisetzen, die Mastzellen aktiviert - wichtige Elemente des Immunsystems, die mit schädlichen Bakterien fertig werden können. Insbesondere reduzierte das Bürsten die Anzahl von Staphylococcus aureus, einem der häufigsten Erreger von Hautinfektionen. Dies könnte erklären, warum wir die mechanische Stimulation der Haut als "wohltuend" oder angenehm empfinden.

Wie Kaplan erklärt, kann eine geringfügige Schädigung der Haut im Interesse der Erregerbekämpfung gerechtfertigt sein, wenn es sich um einen kurzfristigen Effekt handelt. Bei chronischem Juckreiz oder Ekzemen führt das Kratzen jedoch zu übermäßigen Entzündungen, verschlimmert die Symptome und verlangsamt den Heilungsprozess.

Das Forscherteam plant nun, die Erkenntnisse zu nutzen, um neue Therapien für dermatologische Erkrankungen - wie Rosacea und Urtikaria - zu entwickeln. Ziel ist es, die übermäßige Entzündungsreaktion "auszuschalten", ohne den Körper seiner natürlichen Abwehrkräfte zu berauben.

Dr. Kaplan betont, dass trotz der offensichtlichen Vorteile das Bürsten bei anhaltendem Juckreiz der Haut mehr schadet als nützt. Für Menschen mit Ekzemen oder anderen Formen der Dermatitis ist es wichtig, nach alternativen Möglichkeiten zu suchen, um den Juckreiz zu lindern, und sich von Spezialisten über Entzündungshemmer beraten zu lassen.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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