Regelmäßige Albträume können die Lebenserwartung um mehrere Jahre verkürzen
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Regelmäßige Albträume stören nicht nur den erholsamen Schlaf, sondern können auch die Lebenserwartung erheblich verringern, warnen Wissenschaftler.
Menschen, die wöchentlich alptraumhafte Träume erleben, haben ein fast dreimal höheres Risiko, vor Erreichen des 75. Lebensjahres zu sterben, als Menschen, die nur selten schlechte Träume haben. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer groß angelegten Studie, die kürzlich auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Neurologie (EAN) vorgestellt wurde.
Quelle: Timothy Hearn, The Conversation.
Die Wissenschaftler kombinierten Daten aus vier großen Langzeitstudien in den USA, an denen mehr als 4.000 Menschen im Alter von 26 bis 74 Jahren teilnahmen. Zu Beginn des Experiments berichteten die Teilnehmer über die Häufigkeit von Albträumen, die ihren Schlaf störten. Im Laufe der nächsten 18 Jahre verzeichneten die Forscher 227 vorzeitige Todesfälle unter den Probanden.
Die Autoren glauben, dass häufige Albträume ein Risikofaktor sind, der in seinen negativen Auswirkungen auf den Körper mit starkem Rauchen vergleichbar ist. Selbst nachdem gängige Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, psychische Gesundheit, Rauchen und Übergewicht berücksichtigt worden waren, blieb der Zusammenhang zwischen Albträumen und vorzeitigem Tod eindeutig.
Das Forschungsteam untersuchte auch die Auswirkungen von Albträumen auf das biologische Alter mit Hilfe einer "epigenetischen Uhr" - spezielle chemische Markierungen auf der DNA, die das tatsächliche biologische Alter des Körpers anzeigen. Es stellte sich heraus, dass Menschen, die regelmäßig Albträume hatten, biologisch älter waren als in ihren Geburtsurkunden angegeben, und dies wurde durch drei unabhängige Messverfahren (DunedinPACE, GrimAge und PhenoAge) bestätigt.
"Die beschleunigte biologische Alterung erklärt etwa 39% des Zusammenhangs zwischen Albträumen und vorzeitigem Tod", betonen die Autoren der Studie. Das bedeutet, dass die Ursache, die Albträume auslöst, gleichzeitig die Zellen des Körpers in Richtung einer beschleunigten Alterung treibt.
Den Wissenschaftlern zufolge gehen häufige Albträume, die während der REM-Phase des Schlafs auftreten, mit einer starken Ausschüttung von Adrenalin, Cortisol und anderen Stresshormonen einher. Da das Gehirn zu dieser Zeit sehr aktiv ist und die Muskeln gelähmt sind, erfährt der Körper den stärksten Stress, vergleichbar mit einer realen Gefahr. Wenn sich ein solcher Stress regelmäßig wiederholt, führt er zu chronischen Entzündungen, hohem Blutdruck und vorzeitigem Zellverschleiß, was die Alterung beschleunigt.
Darüber hinaus stören Albträume den Tiefschlaf, in dem der Körper geschädigte Zellen repariert und sich von Giftstoffen reinigt. Ständiger Stress und fehlender Tiefschlaf sind also ein doppelter Schlag für die menschliche Gesundheit, so die Autoren.
Der Zusammenhang zwischen Albträumen und schlechter Gesundheit wurde schon früher festgestellt. Es ist bekannt, dass Erwachsene, die häufig Albträume haben, anfälliger für die Entwicklung von Parkinson und Demenz sind, lange bevor die ersten Symptome dieser Krankheiten auftreten. Dies unterstützt die Hypothese, dass Albträume als Frühwarnsystem für neurologische Erkrankungen dienen können.
Albträume sind ein häufigeres Problem, als es den Anschein hat: Etwa 5 Prozent der Erwachsenen haben sie wöchentlich, und weitere 12,5 Prozent mindestens einmal im Monat. Vor diesem Hintergrund schlagen die Autoren vor, dass Albträume besondere Aufmerksamkeit erhalten und als wichtiges Problem der öffentlichen Gesundheit behandelt werden sollten.
Es gibt mehrere wirksame und leicht zugängliche Methoden, um die Häufigkeit von Albträumen zu verringern, darunter die kognitive Verhaltenstherapie und die Visualisierungsmethode, bei der eine Person ein schlechtes Traumszenario im Wachzustand "umschreibt". Einfache Tipps wie ein kühler, dunkler Raum ohne Bildschirme vor dem Schlafengehen haben sich ebenfalls als wirksam erwiesen.
Die Autoren der Studie mahnen jedoch zur Vorsicht, da die Ergebnisse nur begrenzt aussagekräftig sind. Insbesondere waren die meisten Studienteilnehmer weiße Amerikaner, und es wurden subjektive Berichte von Personen über ihre Träume verwendet, was eine objektive Bewertung des Schweregrads erschweren kann. Darüber hinaus wurde das biologische Alter nur einmal gemessen.
Zu den Stärken der Studie zählen die Forscher jedoch die langfristige Nachbeobachtung der Teilnehmer und die Verwendung offizieller Mortalitätsdaten anstelle von Selbstberichten der Teilnehmer. Wenn Folgestudien diese Ergebnisse bestätigen, glauben die Autoren, dass Ärzte damit beginnen könnten, Patienten regelmäßig nach Albträumen zu fragen, zusammen mit der Messung von Blutdruck und Cholesterinspiegel.
Die Autoren sind überzeugt, dass die Alptraumtherapie eine wirksame und kostengünstige Möglichkeit sein könnte, nicht nur den Schlaf, sondern auch die allgemeine Gesundheit zu verbessern und den Menschen ein paar zusätzliche Lebensjahre zu schenken.
Die Studie wurde in Form eines Abstracts auf der EAN-Konferenz 2025 vorgestellt und hat das Peer-Review-Verfahren noch nicht durchlaufen.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.












