Warum Blumen im Frühling blühen: Wissenschaftler erklären
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Wenn überall auf den Straßen die Blumen blühen, halten wir das für selbstverständlich.
Aber aus wissenschaftlicher Sicht stellt sich eine logische Frage: Woher "wissen" die Pflanzen, dass der Frühling gekommen ist? Wie bestimmen sie den genauen Zeitpunkt für die Blüte, und das mit unglaublicher Genauigkeit von Jahr zu Jahr?
Der Botaniker Gregory Moore beantwortet diese Fragen in einem Artikel für The Conversation.
Der Frühling ist der perfekte Start für das Wachstum
Nach einem kalten und dunklen Winter bringt der Frühling Wärme, Feuchtigkeit und Sonnenschein - alles, was Pflanzen für ein kräftiges Wachstum brauchen. Da die Konkurrenz um Ressourcen und Bestäuber groß ist, haben die Pflanzen keine Zeit zu verlieren: Sie gewinnen schnell an Kraft und produzieren so viele Blüten wie möglich, um Insekten und Vögel zur Bestäubung anzulocken.
Die Blüte in dieser Zeit bietet einen evolutionären Vorteil: mehr Bestäubung bedeutet mehr Chancen für eine erfolgreiche Reproduktion.
Bestäuber sind der Schlüssel zum Erfolg
Blühende Pflanzen (Angiospermen) sind nach evolutionären Maßstäben relativ jung - vor etwa 100 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit lebten bereits Insekten auf dem Planeten und Vögel hatten begonnen, sich zu verbreiten. Diese Lebewesen wurden zu den idealen Helfern der Pflanzen bei der Bestäubung.
Vor dem Auftauchen von Blüten vermehrten sich die alten Pflanzen durch Sporen und später durch Holoderme - mit Hilfe des Windes. Das war ineffizient. Blühende Pflanzen lernten, für sich zu werben - sie entwickelten leuchtend farbige Blütenblätter, Duft und Nektar, um bestimmte Bestäuber anzulocken. Die Frühjahrsblüte fällt mit der Rückkehr der Zugvögel und der Aktivierung der Insekten nach der Winterpause zusammen und ist damit eine ideale Zeit für die Fortpflanzung.
Wie zeigen Pflanzen die Zeit an?
Viele Menschen glauben, dass die Blüte mit den steigenden Temperaturen zusammenhängt. Doch die Temperaturen können täuschen: Kälteeinbrüche im Frühjahr oder frühe warme Tage sind oft verwirrend. Stattdessen verlassen sich die Pflanzen auf ein viel genaueres Hilfsmittel: die Messung der Länge der Tageslichtstunden.
Dabei hilft das Pigment Phytochrom, das in zwei Formen existiert und auf Licht reagiert. Mit diesem Pigment messen die Pflanzen das Verhältnis von Tag und Nacht, was ihnen ein klares biologisches Signal gibt, dass es Zeit ist, mit dem Wachstum und der Blüte zu beginnen.
Außerdem kommt das Hormon Abscisinsäure ins Spiel - die "Bremse" der Blüte, die sich vor dem Winter ansammelt. Im Frühjahr sinkt ihr Spiegel und gibt in Kombination mit einem langen Tag grünes Licht für das Wachstum.
Warum blühen nicht alle im Frühling?
Trotz der offensichtlichen Vorteile wählen nicht alle Pflanzen den Frühling, um zu blühen. Einige bevorzugen den Herbst oder sogar den Winter. Das kann an der Konkurrenz liegen - die "untypische" Zeit ermöglicht es Ihnen, mehr Aufmerksamkeit von Bestäubern zu erregen. Oder es liegt an der Natur der Umgebung und der "Ausrichtung" auf bestimmte Insekten, die zu anderen Zeiten des Jahres aktiv sind.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













