Warum manche Menschen Malaria bekommen, aber nicht krank werden

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Wissenschaftler haben einen möglichen Schlüssel zur Abwehr von Malaria gefunden
18:00, 14.05.2026

Manche Menschen können Malaria bekommen, ohne krank zu werden: Der Parasit dringt in den Körper ein, aber die Person bekommt weder Fieber noch andere Symptome. Eine neue Studie hat uns geholfen zu verstehen, warum dies geschieht.



Die Wissenschaftler untersuchten erwachsene Freiwillige aus Kenia, die in Gebieten mit weit verbreiteter Malaria lebten, und fanden mehrere Proteine des Parasiten, gegen die geschützte Personen eher Antikörper entwickelten.

Details

An der Studie nahmen 142 erwachsene Freiwillige aus Kenia teil. Sie alle lebten in Regionen, in denen Malaria weit verbreitet ist, so dass ihr Immunsystem möglicherweise schon einmal mit dem Parasiten in Berührung gekommen war.

Zunächst wurde den Teilnehmern Blut abgenommen und getestet, um festzustellen, welche Antikörper sie hatten. Die Forscher interessierten sich für die Proteine des Malariaparasiten Plasmodium falciparum, der eine der gefährlichsten Formen der Krankheit verursacht.

Die Freiwilligen wurden dann unter kontrollierten medizinischen Bedingungen mit einer geringen Dosis des Parasiten infiziert und ihr Zustand wurde überwacht. Die Ärzte überwachten Temperatur, Symptome und die Anzahl der Parasiten im Blut.

Einige der Teilnehmer zeigten Anzeichen von Krankheit. Aber 86 Personen blieben gesund und brauchten während der Beobachtung keine Behandlung. Das bedeutet, dass ihre Körper in der Lage waren, die Infektion einzudämmen, so dass sie sich nicht zu einer klinischen Malaria entwickelte.

Nach der Analyse der Daten identifizierten die Wissenschaftler sechs Proteine im Parasiten, die mit dem Schutz in Verbindung gebracht wurden: MSP1, MSP11, RAMA, MSP7, PHISTB und PTEX150.

Nicht das Vorhandensein von Antikörpern gegen ein einzelnes Protein erwies sich als besonders wichtig, sondern die Kombination der Proteine. Bei den Menschen mit den stärksten Abwehrkräften erkannte das Immunsystem mehrere dieser Ziele auf einmal.

Warum das wichtig ist

Malaria ist nach wie vor eine der gefährlichsten Infektionen der Welt. Sie verursacht jedes Jahr Hunderte von Millionen von Fällen und betrifft vor allem afrikanische Länder und Kinder.

Es gibt zwar Impfstoffe gegen Malaria, aber sie bieten nur einen unvollständigen Schutz und die Wirkung lässt mit der Zeit nach. Daher suchen Wissenschaftler nach neuen Angriffspunkten für die Entwicklung wirksamerer Impfstoffe.

Diese Studie zeigt, welche Teile des Parasiten das Immunsystem bei Menschen mit natürlichen Abwehrkräften erkennen kann. Solche Proteine könnten die Grundlage für künftige Impfstoffe oder neue Ansätze zur Prävention bilden.

Aber es handelt sich noch nicht um ein fertiges Medikament oder das "Geheimnis der völligen Unverwundbarkeit". Es geht um einen teilweisen Schutz: Eine Person kann sich anstecken, aber nicht krank werden oder die Infektion leichter übertragen.

Hintergrund

In Gebieten, in denen Malaria hartnäckig vorkommt, können Menschen dem Parasiten viele Male in ihrem Leben begegnen. Nach wiederholten Infektionen entwickelt ein Teil der Bevölkerung allmählich eine natürlich erworbene Immunität.

Diese Immunität blockiert die Infektion normalerweise nicht vollständig. Vielmehr besteht ihre Aufgabe darin, den Parasiten daran zu hindern, sich im Blut zu stark zu vermehren und schwere Symptome zu verursachen.

Aus diesem Grund untersuchen Wissenschaftler Menschen, die in Malariagebieten leben und nach einer Infektion nicht krank werden. Ihr Immunsystem kann ihnen Aufschluss darüber geben, welche Abwehrmechanismen wirklich am Werk sind.

Quelle

Eine Studie von Rodney Ogwang et al. Controlled human malaria infection in adults identifies combinations of merozoite antigens associated with clinical immunity wurde in Nature Communications 2026 veröffentlicht. Die Autoren untersuchten 142 erwachsene Freiwillige aus Kenia und identifizierten Kombinationen von Malariaparasitenproteinen, die mit der natürlichen klinischen Abwehr gegen die Krankheit in Verbindung stehen.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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