Was unser Verlangen nach Essen und Trinken antreibt: Schlüsselneuronen im Gehirn entdeckt
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Warum fühlen wir uns in manchen Momenten durstig und in anderen Momenten können wir nicht widerstehen zu essen, selbst wenn wir gerade erst gegessen haben?
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz haben in Zusammenarbeit mit den Universitäten Regensburg und Stanford einen Schritt zum Verständnis dieser Prozesse gemacht. In einer neuen Studie, die in Nature Communications veröffentlicht wurde, haben sie spezialisierte Neuronen im Gehirn entdeckt, die für Hunger und Durst verantwortlich sind.
Details: Federica Fermani et al, Food and water intake are regulated by distinct central amygdala circuits revealed using intersectional genetics, Nature Communications (2025). DOI: 10.1038/s41467-025-58144-3
Die Amygdala, ein Bereich des Gehirns, der vor allem für seine Verbindung zu Emotionen und Entscheidungsfindung bekannt ist, spielt eine wichtige Rolle. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass sie auch an der Regulierung unserer Grundbedürfnisse, wie Ernährung und Wasserhaushalt, beteiligt ist.
Die Forscher konzentrierten sich auf den zentralen Teil der Amygdala. Hier befinden sich Gruppen von Neuronen, die als Reaktion auf den Bedarf an Wasser oder Nahrung aktiviert werden. Es stellte sich heraus, dass einige Neuronen spezialisiert sind: einige sind ausschließlich für Durst zuständig, während andere für beide Signale gleichzeitig verantwortlich sind. Es ist wichtig, dass, wenn diese Zellen bei Labormäusen aktiviert werden, das Interesse an Wasser oder Nahrung stark zunimmt. Beim "Ausschalten" dieser Neuronen nahmen Durst und Appetit stark ab.
Um diese Ergebnisse zu erzielen, verwendeten die Wissenschaftler moderne Methoden, darunter die Optogenetik - eine Technik, bei der bestimmte Neuronen durch Licht aktiviert oder gehemmt werden können. Die Forscher überwachten auch die Aktivität einzelner Gehirnzellen in verschiedenen Bereichen des Gehirns, um zu verstehen, wie Hunger- und Durstsignale übertragen und verarbeitet werden.
Es stellte sich heraus, dass die Neuronen der Amygdala mit anderen Bereichen des Gehirns verbunden sind, die Geschmacksinformationen verarbeiten und das Verhalten steuern. Eines der interessanten Ergebnisse: Wenn die Stimulation der Durstneuronen mit der Darbietung eines unangenehmen Geschmacks kombiniert wurde, begannen die Mäuse, diesen Geschmack zu bevorzugen, obwohl sie ihn zuvor gemieden hatten. Dies beweist, dass das Gehirn Geschmackspräferenzen umschreiben kann, wenn starke interne Hinweise dahinter stehen.
Den Autoren der Studie zufolge ist die Struktur der Amygdala beim Menschen ähnlich wie bei den Mäusen, so dass die Ergebnisse uns helfen könnten zu verstehen, wie Emotionen und Bedürfnisse unsere Essgewohnheiten beeinflussen. Dies könnte bei der Untersuchung von Krankheiten wie Fettleibigkeit, Essstörungen oder Alkoholabhängigkeit von Nutzen sein.
Diese grundlegenden Wünsche - zu essen und zu trinken - prägen Verhaltensweisen, die für das Überleben notwendig sind. Sie können aber auch zu Überernährung oder Nahrungsverweigerung führen, wenn die Signale des Gehirns gestört sind", erklärt Rüdiger Klein, Direktor des Instituts und einer der Autoren der Studie.
Die Studie wirft neue Fragen auf: Wie bestimmt das Gehirn, ob wir mehr Nahrung oder Wasser brauchen? Wie verwaltet es konkurrierende Bedürfnisse? Warum empfinden wir manche Geschmacksrichtungen als angenehm und andere als abstoßend? Die Antworten auf diese Fragen werden uns helfen, nicht nur alltägliches Verhalten, sondern auch wichtige medizinische und psychologische Zustände besser zu verstehen.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













