Wer lebte am Rande der Welt? Auf der Isle of Skye fand man Spuren einer uralten Kultur, die es nie gegeben haben dürfte
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Alles, was wir über die frühesten Bewohner der britischen Inseln wussten, können wir getrost revidieren.
Wissenschaftler der Universität Glasgow haben an der Nordküste der Isle of Skye (Schottland) eine archäologische Sensation entdeckt - Spuren der alten ahrensburgischen Kultur, die vor 12.000 Jahren existierte.
Details: Karen Hardy et al, At the far end of everything: A likely Ahrensburgian presence in the far north of the Isle of Skye, Scotland, Journal of Quaternary Science (2025). DOI: 10.1002/jqs.3718
Bisher dachte man, dass Menschen während der Eiszeit in diesen rauen Breitengraden nicht hätten überleben können. Aber die auf Skye gefundenen Steinwerkzeuge - Spitzen, Schaber und Meißel - zeigen deutlich: Hier hat doch jemand gelebt, sogar während der gewaltigen Abkühlungsperiode, die als Späte Dryas bekannt ist.
🗿 Was haben wir gefunden?
An einer Fundstelle namens South Cuidrach sammelten Archäologen fast 200 Artefakte, darunter erkennbare 'Zungenspitzen' - ein Markenzeichen der Arensburg-Kultur - sowie Klingenrohlinge und Schneidezähne. Fast alles ist aus lokalem Stein gefertigt, was auf die Kenntnis der Ressourcen und vielleicht einen langen Aufenthalt hindeutet.
Und ganz in der Nähe, in Skonser, wurden in der Küstengegend geheimnisvolle Steinkreise mit einem Durchmesser von 3 bis 5 Metern entdeckt. Sie sind nur bei extremer Ebbe sichtbar und könnten mehr als 10.000 Jahre alt sein. Der Zweck dieser Strukturen ist immer noch ein Rätsel - es könnten Fischreusen oder uralte Strukturen aus der Zeit der zurückweichenden Gletscher gewesen sein.
🌍 Warum ist das wichtig?
Funde aus dem späten Paläolithikum in Schottland galten früher als isoliert und 'ungewöhnlich'. Jetzt ist es klar: Die Menschen haben in den Küstengebieten von Skye möglicherweise nicht nur überlebt, sondern sie haben sie aktiv entwickelt. Dies verändert die Vorstellungen über die Einwanderung der Menschen nach Europa nach der Eiszeit völlig.
Interessanterweise war die Isle of Skye damals mit dem Festland verbunden - der Meeresspiegel war viel niedriger und das Gebiet war von Gletschern bedeckt. Vielleicht kamen die Jäger vom europäischen Festland über das damals trockene Land - heute bekannt als die versunkene Landschaft Doggerland - hierher.
📡 Wie geht es weiter?
Die Wissenschaftler versprechen, ihre Forschungen fortzusetzen und unter anderem nach Radiokarbondatierungen zu suchen, um das Alter der Funde zu bestätigen. Und vielleicht stellt sich in Zukunft heraus, dass es noch mehr solcher Stätten gab - nur sind sie jetzt unter dem Meeresspiegel verborgen.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













