Wie Eltern übermäßiges Essen bei Kindern provozieren: neue Erkenntnisse von Psychologen

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Wie Eltern übermäßiges Essen bei Kindern provozieren: eine neue Studie von Psychologen
15:00, 04.01.2025

Amerikanische Psychologen haben herausgefunden, dass Kinder eine Tendenz zu emotionalem Überessen entwickeln, wenn Eltern ständig Essen als Mittel zur Beruhigung oder Ermutigung einsetzen.



Einfach ausgedrückt, knabbern sie möglicherweise an Stress, Traurigkeit oder sogar Langeweile, anstatt zu lernen, ihre Gefühle auf andere Weise zu bewältigen.

Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Appetite veröffentlicht.

Experten der University of North Florida (USA) führten eine Online-Umfrage unter 221 Müttern von Kindern im Alter von vier bis fünf Jahren durch. Den Müttern wurden Fragen dazu gestellt, wie sie ihre Kinder füttern: ob sie ihnen Essen anbieten, wenn sie verärgert sind, ob sie sie mit Süßigkeiten für gutes Verhalten belohnen usw. Sie berücksichtigten auch, wie gut die Kinder selbst in der Lage sind, mit Emotionen umzugehen - insbesondere ohne unnötige Nahrung zu sich zu nehmen.

Die Forscher identifizierten vier Strategien, die Auslöser für übermäßiges Essen sein können:

  1. Essen als Mittel zur Beruhigung: wenn ein Kind Essen bekommt, um nicht mehr zu weinen oder sich zu sorgen.
  2. Essenals Belohnung: z.B. ein Bonbon für eine gute Note oder umgekehrt das Zurückhalten einer Leckerei als Strafe.
  3. Emotionales Füttern: Das Kind erhält während einer Konfrontation, eines Streits oder anderen Stresses eine Leckerei, auch wenn es keinen Hunger hat.
  4. Instrumentelles Füttern: Essen wird als 'Kontrollhebel' eingesetzt, um das Kind dazu zu bringen, das zu tun, was es will (oder umgekehrt, um es davon abzuhalten, das zu tun, was es nicht will).

Es stellte sich heraus, dass alle vier Praktiken die Fähigkeit der Kinder zur emotionalen Selbstregulierung beeinträchtigen. Und wenn ein Kind seine Gefühle nicht in Ruhe ausleben kann, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es beginnt, Probleme zu "fressen", deutlich an. Wenn Eltern nämlich die Gewohnheit verstärken, jegliche Gefühle durch Essen zu lösen, erhält das Kind ein klares Signal:"Fühlen Sie sich schlecht? Iss etwas Süßes, dann geht alles weg".

Infolgedessen können diese Kinder eine starke Neigung zum Überessen entwickeln. Im Laufe der Zeit führt dies zum Risiko von Übergewicht und anderen Gesundheitsproblemen. Experten betonen, dass es viel sinnvoller ist, einem Kind beizubringen, seine Gefühle zu erkennen und Wege zu finden, mit ihnen umzugehen, ohne an das Essen "gebunden" zu sein - zum Beispiel, indem man ihm anbietet, zu malen, zu spielen oder einfach darüber zu sprechen, was es bedrückt.

Die neue Studie bestätigt also, dass Eltern ihre Kinder unwissentlich auf ein ungesundes Essverhalten "programmieren" können, wenn sie Essen zu sehr als Mittel zur Lösung emotionaler oder verhaltensbedingter Probleme einsetzen.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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