Wissenschaftler: Der Verzicht auf Schlaftabletten verbessert die Gesundheit und verlängert das Leben von älteren Menschen
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Millionen von älteren Amerikanern nehmen verschreibungspflichtige Medikamente gegen Schlaflosigkeit ein, obwohl sie schwerwiegende Nebenwirkungen wie Stürze, Knochenbrüche, kognitive Beeinträchtigungen und Abhängigkeit haben.
Eine neue Studie von Wissenschaftlern der University of Southern California (USC) hat jedoch gezeigt, dass der Verzicht auf solche Medikamente die Lebensqualität und -dauer deutlich verbessern kann.
Die Studie wurde in The Lancet Regional Health - Americas unter dem Titel: Lifetime burden of prescription medication for insomnia in middle-aged and older adults in the US: a microsimulation study (2025) veröffentlicht.
Die Reduzierung der Verschreibung von Schlafmitteln an Patienten über 50 Jahre hat das Potenzial,:
das Lebenszeitrisiko für Stürze um 8,5 % zu senken;
die Wahrscheinlichkeit einer kognitiven Beeinträchtigung um 2,1 % zu verringern;
die Lebenserwartung um durchschnittlich 1,3 Monate zu erhöhen - was auf die USA umgerechnet 1,7 Millionen in guter Gesundheit verbrachten Lebensjahren entspricht.
Die Autoren betonen, dass der Hauptgewinn gerade in einer verbesserten allgemeinen Gesundheit und einer geringeren Abhängigkeit von Medikamenten liegt.
Den Daten zufolge nehmen etwa 15,3 Millionen Amerikaner über 50 Jahre Schlaftabletten ein, darunter Benzodiazepine und so genannte Z-Drogen wie Ambien. Solche Medikamente werden am häufigsten von Frauen und weißen Patienten eingenommen.
Obwohl klinische Leitlinien die langfristige Einnahme von Schlaftabletten nicht empfehlen, verschreiben Ärzte sie in der Praxis oft für Monate oder sogar Jahre. Viele Patienten nehmen sie nicht wegen der tatsächlichen Wirkung weiter ein, sondern um ein Entzugssyndrom zu vermeiden - was oft als Rückkehr der Schlaflosigkeit fehlinterpretiert wird.
Schlafstörungen sind in der Tat gefährlich: Sie erhöhen das Risiko von Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz. Laut einer Studie kann die langfristige Einnahme von Schlaftabletten jedoch schädlicher für den Körper sein als die Schlaflosigkeit selbst.
Die Simulationen wurden mit dem Future Elderly Model durchgeführt, einem Mikrosimulationsmodell, das am Schaeffer Center for Research entwickelt wurde. Die Wissenschaftler verglichen den aktuellen Zustand mit einem hypothetischen Szenario, in dem ältere Menschen überhaupt keine Schlaftabletten einnehmen. Es stellte sich heraus, dass Menschen zwischen 65 und 74 Jahren am meisten davon profitierten, keine Schlafmittel einzunehmen.
Zusätzlich zu den gesundheitlichen Vorteilen berechneten die Forscher auch die wirtschaftlichen Auswirkungen:
einsparungen von $6.600 pro Person und Leben,
und landesweit etwa 101 Milliarden Dollar, vor allem aufgrund der geringeren medizinischen Kosten und der verbesserten Lebensqualität.
Anstelle von Schlaftabletten empfehlen Mediziner zunehmend die kognitive Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit (CBT-I). Dabei handelt es sich um eine Methode, die auf der Entwicklung gesunder Schlafgewohnheiten beruht und die persönlich, online oder über spezielle Apps angewendet werden kann. Die CBT-I ist nachweislich kurzfristig genauso wirksam wie Medikamente und langfristig deutlich sicherer.
Die Forscher schlagen außerdem vor, E-Health-Systeme zu nutzen, um Ärzte an die Risiken von Schlaftabletten zu erinnern, über alternative Methoden zu informieren und individuelle Verschreibungsmuster zu analysieren.
"Schlaflosigkeit ist ein echtes Problem für ältere Erwachsene, aber Schlaftabletten sind nicht die einzige oder beste Option", betont Studien-Koautor Jason Doctor, ein USC-Gesundheitsexperte. - "Wir können und sollten Ärzten dabei helfen, Entscheidungen zugunsten sicherer, evidenzbasierter Methoden zu treffen."
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.












