Wissenschaftler haben die Größe des Megalodons bestätigt: Der Urhai erreichte eine Länge von 24 Metern

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Der Riesenhai Megalodon erreichte eine Länge von 24 Metern: Wissenschaftler haben diese Größe bestätigt
Die vermutete Körperform des ausgestorbenen Riesenhais Otodus megalodon mit einer Länge von 24,3 Metern (80 Fuß). Die Schätzung der Länge basiert auf einem 10,8 Millionen Jahre alten Fossilfund von Wirbeln aus der Gram-Formation in Dänemark, der in einer neuen Studie untersucht wird. Wichtige Anmerkungen: 1. Die genaue Form, Größe und Anordnung der meisten Flossen bleiben auf der Grundlage des vorliegenden Fossilienbestands unbekannt; 2. Ein erwachsener Mensch (Homo sapiens) dient zum Größenvergleich, es muss jedoch betont werden, dass diese beiden Arten niemals gleichzeitig existiert haben. Bildnachweis: Kenshu Shimada, DePaul University, Chicago.
18:27, 29.06.2026

Der Megalodon war tatsächlich ungeheuer groß. Wissenschaftler haben die verschollenen Wirbel des urzeitlichen Hais erneut untersucht und die Schätzung bestätigt: Die größten Exemplare konnten eine Länge von 24,3 Metern erreichen – fast so lang wie zwei Stadtbusse.



Es handelt sich um Wirbel des Otodus megalodon, eines riesigen, ausgestorbenen Hais, der vor etwa 15 bis 3,6 Millionen Jahren lebte. Das Exemplar wurde bereits Ende der 1970er Jahre in Dänemark gefunden, in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben und galt anschließend jahrzehntelang als in den Museumssammlungen verloren gegangen. Die neue Studie wurde in „Palaeontologia Electronica“ veröffentlicht.

Details

Die Fossilien stammen aus der Gram-Formation in Dänemark. Es handelt sich um ein etwa 10,8 Millionen Jahre altes Exemplar. Es wurde Ende der 1970er Jahre in einem großen Tongrubengebiet gefunden und Anfang der 1980er Jahre wissenschaftlich beschrieben.

Später wurden die Wirbel im Geologischen Museum in Kopenhagen aufbewahrt, gingen jedoch nach der Verlegung aus dem Labor aus dem Blickfeld verloren. In der wissenschaftlichen Literatur blieben lediglich Fotos und alte Beschreibungen erhalten. Erst Ende der 2010er Jahre bemerkte ein Museumsmitarbeiter mysteriöse Kisten mit Fossilien in der Sammlung – so wurden die verlorenen Wirbel des Megalodons wiedergefunden.

Die größte Bedeutung des Fundes liegt darin, dass er die Größe des größten Wirbels bestätigte: etwa 23 cm im Durchmesser. Laut dem Autor der Studie, Kenshu Shimada, handelt es sich dabei nicht nur um die größten bekannten Wirbel eines Hais, sondern wahrscheinlich um die größten Fischwirbel, die jemals dokumentiert wurden.

Wie die Größe anhand der Wirbel geschätzt wurde

Vom Megalodon werden am häufigsten Zähne gefunden. Wirbel kommen weitaus seltener vor, weshalb jedes solche Exemplar von großer Bedeutung ist.

Die Größe von 24,3 Metern wurde nicht durch eine direkte Vermessung des Körpers ermittelt, sondern durch Berechnung. Die Wissenschaftler verglichen die dänischen Wirbel mit einem vollständigeren Satz von Megalodon-Wirbeln aus Belgien. Beim belgischen Exemplar hatte der größte Wirbel einen Durchmesser von etwa 15,5 cm, und die Länge des Hais selbst wurde auf etwa 16,4 Meter geschätzt. Der dänische Wirbel erwies sich als deutlich größer – etwa 23 cm – und auf dieser Grundlage schätzten die Forscher die maximale Länge des Exemplars auf 24,3 Meter.

Die Forscher betonen: Das bedeutet nicht, dass alle Megalodons so riesig waren. Es handelt sich um die wissenschaftlich fundierteste Schätzung für die größten bekannten Exemplare. In einem Artikel zur Biologie des Megalodons wird zudem darauf hingewiesen, dass die Angabe von 24,3 m auf dem dänischen Exemplar basiert und das Gewicht eines solchen Hais etwa 94 Tonnen betragen haben könnte.

Was man sonst noch über den Urhai erfahren hat

Die Wissenschaftler nutzten die Mikrocomputertomographie, um die Wachstumsstreifen in den Wirbeln zu untersuchen. Diese Streifen funktionieren in etwa wie die Jahresringe eines Baumes: Anhand dieser lässt sich das Alter des Tieres abschätzen.

Laut der neuen Studie war der Megalodon, zu dem diese Wirbel gehörten, zum Zeitpunkt seines Todes mindestens 64 Jahre alt. Das Modell lässt zudem vermuten, dass solche Haie theoretisch bis zu 96 Jahre alt werden konnten.

Ein weiterer unerwarteter Fund: Im Gestein um die Wirbel herum wurden Fragmente von Strukturen entdeckt, die mit den Kiemen in Verbindung stehen, sowie winzige Schuppen eines anderen Hais – eines Riesenhais. Die Autoren vermuten, dass es sich dabei um den Mageninhalt des Megalodons gehandelt haben könnte. Sollte diese Interpretation zutreffen, wäre dies der erste derartige Fall in der Fossiliengeschichte des Megalodons.

Warum dies wichtig ist

Der Megalodon war einer der größten Raubfische in der Geschichte der Ozeane. Seine Größe ist nicht nur für eindrucksvolle Vergleiche mit Bussen oder Walen von Bedeutung. Von der Körpergröße hängt ab, wie das Tier jagte, wie viel Energie es benötigte, wo es leben konnte und welchen Einfluss es auf das Ökosystem hatte.

Die neue Studie ist zudem deshalb von Bedeutung, weil sie ältere Daten bestätigt, die jahrzehntelang fast ausschließlich auf Fotografien beruhten. Nun verfügen die Wissenschaftler wieder über ein physisches Exemplar, das vermessen, gescannt und mit anderen Funden verglichen werden kann.

Dabei bleibt das Aussehen des Megalodons weiterhin Gegenstand von Rekonstruktionen. Die Autoren einer früheren Arbeit in „Palaeontologia Electronica“ wiesen darauf hin, dass vom Megalodon kein vollständiges Skelett vorliegt, weshalb Körperform, Länge und Masse Schätzungen bleiben, die bei neuen Funden präzisiert werden können.

Hintergrund

Der Megalodon ist ein ausgestorbener Riesenhai, der im Miozän und Pliozän in den Meeren weltweit lebte. Er wird oft als „Monsterhai“ bezeichnet, doch wissenschaftlich gesehen ist etwas anderes wichtiger: Er ist ein Beispiel dafür, wie ein Meeresräuber gigantische Ausmaße erreichen und die Nahrungsketten dominieren konnte.

Die meisten Funde des Megalodon sind Zähne. Diese sind gut erhalten, da sie stark mineralisiert sind. Wirbel und andere Teile des Knorpelskeletts sind weitaus schlechter erhalten, weshalb solche Exemplare besonders wertvoll sind.

Genau aus diesem Grund war die Rückführung der dänischen Wirbel in den wissenschaftlichen Kreislauf ein wichtiges Ereignis: Sie ermöglichte es, die alte Schätzung nicht nur wiederzugeben, sondern sie anhand von realem Material erneut zu überprüfen.

Quelle

Studie: Kenshu Shimada und Mitautoren, „Rediscovery of the associated gigantic vertebrae of the extinct megatooth shark, Otodus megalodon, from the Upper Miocene Gram Formation in Denmark, and comments on its paleobiological significance and the maximum possible size of the species“, Palaeontologia Electronica, 2026.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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