Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich unter Vulkanen nicht immer flüssiges Magma befindet

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Ein urzeitlicher Vulkan in Irland trug dazu bei, die „Funktionsweise“ moderner Vulkane zu erklären
Forscher führen Untersuchungen in der Umgebung des Berges Carlingford durch. Quelle: Jack Beckwith / Trinity College Dublin.
22:00, 03.08.2026

Ein internationales Team von Geologen ist zu dem Schluss gekommen, dass sich unter Vulkanen nicht immer große Reservoirs mit flüssigem Magma befinden, wie jahrzehntelang angenommen wurde. Die Untersuchung eines alten Vulkans in Irland hat gezeigt, dass magmatische Systeme ständig vom flüssigen in den fast festen Zustand und wieder zurück übergehen können. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnten gerade solche Veränderungen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Vulkanausbrüchen spielen.



Gegenstand der Untersuchung war der Berg Carlingford in Irland – die Überreste eines Vulkans, der vor etwa 60 Millionen Jahren aktiv war.

Er entstand einst über derselben heißen Zone des Erdmantels, die heute die Vulkane Islands speist. Später drängte die Bewegung der tektonischen Platten Irland von dieser Zone weg, der Vulkan erlosch, und Gletscher trugen nach und nach seinen Gipfel ab.

Dadurch bot sich den Forschern die seltene Gelegenheit, buchstäblich einen Blick in das Innere eines uralten Magmasystems zu werfen.

Details

Durch die Untersuchung der Gesteinsstruktur und der Mineralzusammensetzung konnten die Wissenschaftler die Entwicklungsgeschichte des Magmas unter dem Vulkan rekonstruieren.

Es stellte sich heraus, dass das gängige Bild einer riesigen unterirdischen Kammer mit geschmolzenem Gestein zu stark vereinfacht ist.

Zu verschiedenen Zeitpunkten gab es unter dem Vulkan zwar tatsächlich Bereiche mit flüssigem Magma, doch die meiste Zeit bestand das Magmasystem aus einer zähen Masse aus Kristallen mit einem geringen Anteil an geschmolzenem Gestein. Von der Struktur her ähnelte es eher einem dickflüssigen Eisgetränk als vollständig flüssiger Lava.

Im Laufe der Zeit konnte dieses System wieder flüssiger werden, woraufhin die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs zunahm.

Warum dies wichtig ist

Forscher gehen davon aus, dass ähnliche Prozesse auch unter heutigen aktiven Vulkanen ablaufen.

Da es unmöglich ist, Gesteinsproben aus einer Tiefe von mehreren Kilometern unter einem aktiven Vulkan zu entnehmen, bieten alte Vulkane eine Art „Fenster“ in das Innere der Erde.

Das neue Modell wird dazu beitragen, besser zu verstehen, wie sich magmatische Systeme entwickeln und warum es zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem Ausbruch kommt.

Den Autoren der Studie zufolge kann der irische Carlingford als natürliches Analogon zu den heutigen Vulkanen Islands angesehen werden.

Da die Gletscher den oberen Teil des alten Vulkans abgetragen haben, erhielten die Wissenschaftler die Möglichkeit, dessen inneren Aufbau zu untersuchen – etwas, das heute tief unter aktiven Vulkanen verborgen ist.

Quelle

Studie: J. Beckwith et al. „Transient Liquid- and Solid-dominated Inflation of an Upper Crustal Magma Chamber: Insights from the Carlingford Complex (Ireland)“.

Zeitschrift: Journal of Petrology (2026).

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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