Vulkan "schläft" seit 100.000 Jahren, hat aber die ganze Zeit über Magma gespeichert - Studie

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Vulkan in Griechenland nicht erloschen, sondern latent aktiv - Erkenntnisse der Wissenschaftler
Răzvan-Gabriel Popa / ETH Zürich
18:00, 23.04.2026

Wissenschaftler sind zu dem Schluss gekommen, dass der Methan-Vulkan in Griechenland nicht wirklich erloschen ist, obwohl er seit mehr als 100.000 Jahren nicht mehr an der Oberfläche ausgebrochen ist. Dies ist wichtig, denn das lange Schweigen eines Vulkans bedeutet nicht unbedingt Sicherheit.



Die Studie wurde von einem internationalen Team unter der Leitung der ETH Zürich durchgeführt. Die Wissenschaftler rekonstruierten die Geschichte des Methan-Vulkans über die letzten 700.000 Jahre und stellten fest, dass sich das Magma unter dem Vulkan auch während der langen Zeit ohne Ausbrüche weiter ansammelte. Zu diesem Zweck analysierten sie mehr als 1.250 Zirkonkristalle, die Informationen darüber enthalten, wann und unter welchen Bedingungen sich das Magma gebildet hat.

Die Details

Das Unerwartete ist, dass der Höhepunkt des Wachstums dieser Kristalle genau in einer Periode der "Stille" von mehr als 100 Tausend Jahren lag. Das heißt, der Vulkan sah von außen tot aus, aber im Inneren arbeitete sein Magmasystem weiter.

Wissenschaftler glauben, dass die Ursache dafür sehr wassergesättigtes Magma ist. Wenn solches Magma nach oben steigt, wird es schneller mit Blasen gesättigt, beginnt zu kristallisieren, wird dicker und verliert an Beweglichkeit. Infolgedessen verhindert das Magma sozusagen von selbst, dass es an die Oberfläche durchbricht: Das System wird weiter befeuert, aber es kommt nicht zu Eruptionen.

Die Autoren vermuten, dass ein ähnlicher Mechanismus auch bei anderen Vulkanen in Subduktionszonen auftreten kann, nicht nur bei Methan. Sie schätzen, dass solche "zu nassen" Magmen viel weiter verbreitet sein könnten als bisher angenommen.

Warum das wichtig ist

Die wichtigste Schlussfolgerung der Studie ist, dass eine sehr lange Pause bei Eruptionen nicht automatisch bedeuten sollte, dass ein Vulkan erloschen ist. Im Gegenteil, es kann sein, dass in dieser Zeit ein großes Magmareservoir im Untergrund wächst, das spätere Aktivitäten gefährlicher machen könnte.

Dies hat direkte Auswirkungen auf Dienste, die vulkanische Risiken bewerten. Die Autoren der Studie weisen ausdrücklich darauf hin, dass solche Vulkane unterschätzt werden können, wenn man sich nur auf das Ausbleiben der jüngsten Eruptionen konzentriert. Sie nennen seismische Überwachung, Messungen der Oberflächenverformung, Gasbeobachtungen und geophysikalische Untersuchungen als wichtige Instrumente.

Hintergrund

Methan befindet sich in Griechenland und gehört zu den vulkanischen Systemen der Ägäisregion. Die Studie wird am 22. April 2026 in Science Advances veröffentlicht. Die Autoren beschreiben diesen Vulkan als ein Beispiel dafür, wie ein "ruhender" Vulkan tatsächlich eine latente Wachstumsphase eines magmatischen Systems durchlaufen kann.

Quelle

Răzvan-Gabriel Popa et al, A volcano reawakenens after more than 100,000 years of "silent" magma reservoir growth, Science Advances (2026). Eine weitere Erklärung der Ergebnisse wird von der ETH Zürich veröffentlicht.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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