Eine Insel im Atlantik entging nur knapp einer versteckten Eruption - Wissenschaftler haben entdeckt

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Wissenschaftler haben herausgefunden, wie eine Insel im Atlantik eine Eruption fast überlebt hätte
Ricardo Ramalho
19:00, 24.04.2026

Wissenschaftler haben rekonstruiert, wie die Insel São Jorge auf den Azoren eine Eruption im Jahr 2022 beinahe überlebt hätte. Das ist wichtig, denn das Magma stieg sehr schnell und teilweise fast ohne offensichtliche Warnsignale auf, brach aber letztlich nie an die Oberfläche durch. Die Insel ist bewohnt: etwa 8,4 Tausend Menschen leben auf ihr.



Im Frühjahr 2022 begann auf São Jorge eine starke seismovulkanische Krise. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sie durch das Eindringen von Magma verursacht wurde: Es stieg aus einer Tiefe von mehr als 20 Kilometern auf und kam etwa 1,6 Kilometer unterhalb der Insel zum Stillstand. Die Oberfläche hob sich stellenweise um etwa 6 Zentimeter, was den Eintritt des Magmas in die obere Kruste bestätigt.

Details

Das Wichtigste an dieser Arbeit ist die Art der Magmaanhebung. Die Autoren stellen fest, dass ein großer Teil der Reise fast "ruhig" verlief: Ganz am Anfang gab es kein starkes seismisches Muster, das normalerweise vor einer Eruption zu erwarten ist. Die Hauptreihe von Erdbeben entwickelte sich, nachdem das Magma nicht weiter aufstieg.

Wissenschaftler glauben, dass die Verwerfungszone Pico do Carvão eine Schlüsselrolle spielte. Sie half dem Magma, sich nach oben zu bewegen und setzte möglicherweise Gase und Flüssigkeiten zu den Seiten frei. Dadurch wurde der Druck im Magma verringert und sein Aufstieg gestoppt. Die Autoren beschreiben die Verwerfung bildlich als "Hauptleitung und Leck" zugleich.

Während der Krise bereiteten sich die Behörden auf eine mögliche Evakuierung vor. Am 23. März 2022 aktivierte der Zivilschutzdienst der Azoren aufgrund der Situation in São Jorge den regionalen Zivilschutzplan.

Es wurde jedoch keine offizielle Massenevakuierung der gesamten Insel angekündigt. Das Smithsonian Global Volcanism Programme berichtete unter Berufung auf den azoreanischen Zivilschutzdienst, dass es am 22. März keine offiziellen Evakuierungsanordnungen gab, obwohl gefährdete Personen, darunter Patienten des medizinischen Zentrums in Velas, in andere Teile der Insel gebracht wurden.

Gleichzeitig verließen einige Bewohner die Insel auf eigene Faust. Laut dem Smithsonian Global Volcanism Programme, das sich auf Nachrichtenberichte beruft, verließen am 23. und 24. März etwa 1.250 Menschen die Insel. Auch das US-Konsulat in Ponta Delgada übermittelte die Position der Regionalregierung von Azor: Reisen nach São Jorge sollten verschoben werden und eine Evakuierung könnte angeordnet werden, wenn sich die Situation verschlechtert.

Warum das wichtig ist

Die Arbeit zeigt, dass große magmatische Intrusionen sehr schnell auftreten können und nicht immer klassische Frühsignale geben. Dies erschwert die Vorhersage von Ausbrüchen, insbesondere bei Inselvulkanen und in Gebieten mit aktiven Verwerfungen.

Die Studie hilft uns auch zu verstehen, wie vulkanische Inseln im Allgemeinen wachsen. Selbst wenn es keine Eruption gibt, kann Magma die Struktur der Insel im Untergrund verändern und allmählich an ihrer Entstehung mitwirken. Die Autoren sind der Meinung, dass solche Fälle besonders wichtig für Systeme zur Überwachung vulkanischer Risiken sind.

Hintergrund

São Jorge ist Teil des Azoren-Archipels, wo Vulkanismus und aktive tektonische Verwerfungen zusammentreffen. Im Jahr 2022 erlebte die Insel in kurzer Zeit Zehntausende von kleinen Erdbeben, die ernsthafte Befürchtungen über einen möglichen Ausbruch weckten. Eine neue Studie erklärt, warum es nie dazu kam.

Quelle

Die Studie wird im Jahr 2026 in Nature Communications veröffentlicht. Sie wurde von einem internationalen Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von UCL-Forschern und Partnern aus Spanien und anderen Ländern erstellt.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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