Diese alltägliche Gewohnheit stand offenbar mit einer Senkung des Sterberisikos um 24 % in Zusammenhang
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Die alltägliche Entscheidung zwischen Aufzug und Treppe kann mit einem spürbaren Unterschied für die Gesundheit einhergehen. Wissenschaftler haben die Daten von fast 480.000 Menschen ausgewertet und festgestellt, dass bei denjenigen, die regelmäßig die Treppe benutzten, das Risiko, an jeglicher Ursache zu sterben, um 24 % geringer war. Bei Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fiel der Unterschied sogar noch größer aus – nämlich 39 %. Die Studie zeigt jedoch lediglich einen Zusammenhang auf und beweist nicht, dass gerade das Treppensteigen die Ursache für die Risikominderung war.
Ein Team der University of East Anglia und des Universitätsklinikums Norfolk und Norwich führte eine systematische Übersicht und eine Metaanalyse von Studien zum Thema „Treppensteigen und Herzgesundheit“ durch.
Zunächst prüften die Wissenschaftler rund 1.900 wissenschaftliche Arbeiten und bezogen anschließend neun hochwertige Studien in die abschließende Analyse ein. Insgesamt umfassten diese mehr als 480.000 Personen im Alter von 35 bis 84 Jahren.
Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt etwa 14 Jahre lang beobachtet. Die Stichprobe umfasste sowohl gesunde Menschen als auch Teilnehmer, die bereits an Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten.
Das Sterberisiko war um 24 % geringer
Die deutlichsten Unterschiede stellten die Forscher bei der Analyse der Sterblichkeit fest.
Bei Menschen, die regelmäßig die Treppe benutzten, war das Risiko, aus beliebigen Gründen zu sterben, um etwa 24 % geringer als bei denen, die seltener oder gar nicht die Treppe benutzten.
Noch stärker war der Zusammenhang mit der kardiovaskulären Sterblichkeit: Die Rate lag um etwa 39 % niedriger.
Darüber hinaus war das Treppensteigen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für bestimmte schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse verbunden, darunter Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz.
Schon wenige Minuten können einen Unterschied machen
Das Treppensteigen unterscheidet sich von vielen herkömmlichen Trainingsformen dadurch, dass es nicht extra geplant werden muss.
Mehrere kurze Phasen dieser Belastung lassen sich in den Alltag integrieren – zu Hause, am Arbeitsplatz, in der U-Bahn oder in öffentlichen Gebäuden.
Beim Treppensteigen muss der Körper seinen Sauerstoffverbrauch, die Herzfrequenz und die Arbeit der Beinmuskulatur schnell steigern. Frühere Studien haben gezeigt, dass regelmäßige kurze Belastungen dieser Art die kardiorespiratorische Ausdauer verbessern können.
Die Autoren der neuen Analyse weisen darauf hin, dass bereits eine geringfügige Steigerung der täglichen Aktivität potenziell von Bedeutung für Menschen sein kann, denen es schwerfällt, Zeit für ein umfassendes Training zu finden.
Wie viele Treppenabschnitte sollten zurückgelegt werden?
Eine eindeutige Antwort gibt es bislang nicht.
Eine der großen Studien, die in die Analyse einfloss, wies darauf hin, dass ein deutlicher Nutzen bereits bei etwa sechs Treppenläufen pro Tag zu beobachten ist. Die Wissenschaftler betonen jedoch: Dies kann bislang nicht als allgemeingültige Norm angesehen werden.
In den Studien wurden unterschiedliche Methoden zur Erfassung der körperlichen Aktivität verwendet, und in einigen Fällen gaben die Teilnehmer selbst an, wie oft sie die Treppe benutzten.
Daher muss die genaue „Dosis“ – beispielsweise die Anzahl der Stufen oder Treppenläufe, die täglich zurückgelegt werden müssen, um eine maximale Wirkung zu erzielen – erst noch ermittelt werden.
Doch 24 % bedeuten nicht, dass das Treppensteigen das Leben um ein Viertel verlängert
Dies ist eine grundlegende Einschränkung der Ergebnisse.
Der Großteil der Daten stammt aus Beobachtungsstudien. Diese ermöglichen es zwar, einen statistischen Zusammenhang festzustellen, nicht jedoch, einen kausalen Zusammenhang nachzuweisen.
Menschen, die regelmäßig die Treppe nehmen, sind möglicherweise insgesamt körperlich aktiver, leiden seltener an schweren Erkrankungen, rauchen weniger oder unterscheiden sich durch andere Gesundheitsfaktoren.
Auch ein umgekehrter Zusammenhang ist möglich: Menschen mit guter körperlicher Verfassung entscheiden sich häufiger für die Treppe, während es für Menschen mit Herz-, Gelenk- oder Bewegungsproblemen schwieriger ist, diese zu benutzen.
Daher bedeutet das Ergebnis nicht, dass jeder Mensch sein persönliches Sterberisiko um genau 24 % senken kann, indem er einfach auf den Aufzug verzichtet.
Warum dies wichtig ist
Um die Gesundheit zu erhalten, muss körperliche Aktivität nicht unbedingt nur als eigenständiges Training betrachtet werden.
Die neue Studie ergänzt eine wachsende Zahl von Untersuchungen, denen zufolge auch kurze, in den Alltag integrierte Belastungen von Bedeutung sein können.
Treppensteigen ist in dieser Hinsicht besonders interessant: Es ist für Millionen von Menschen zugänglich und ermöglicht es, innerhalb weniger Minuten eine ausreichend intensive körperliche Belastung zu erzielen.
Allerdings ist diese Option nicht für jeden geeignet. Bei Menschen mit Gelenkerkrankungen, eingeschränkter Mobilität oder bestimmten Herz-Kreislauf-Problemen muss das Ausmaß der körperlichen Belastung unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands angepasst werden.
Quelle
Zeitschrift: American Journal of Cardiovascular Drugs, 2026.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













