Geheimnisse eines antiken Friedhofs enthüllt: Wie der Übergang von der Eisenzeit zu Rom das Leben der Menschen veränderte
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Paläontologen haben das einzige bekannte keltisch-römische Gräberfeld in Vederath-Belginum untersucht und herausgefunden, wie sich die Lebensbedingungen der Menschen in der Region Treveri während des Übergangs von der Eisenzeit zur römischen Ära verändert haben.
Professor Wolf-Rüdiger Tegen von der Universität München hat im International Journal of Osteoarchaeology eine Studie veröffentlicht, die neue Erkenntnisse darüber liefert, wie sich das tägliche Leben im Stammesgebiet der Travers während des Übergangs von der keltischen Eisenzeit (La-Tène-Zeit) zur römischen Zeit veränderte.
Im Mittelpunkt der Forschungen steht das einzige bekannte keltisch-römische Gräberfeld, Vederath-Belginum, im heutigen Deutschland. Seit 1954 wurden bei Ausgrabungen mehr als 2500 Brandbestattungen und 15 Bestattungen ohne Brandbestattung entdeckt. Da jedoch einige Gräber vor der Ausgrabung zerstört wurden, umfasste der Friedhof ursprünglich über 4800 Gräber.
Wichtige Erkenntnisse
Lebenserwartung: Während der römischen Periode begannen die Menschen länger zu leben, wobei die Zahl derer, die 60 Jahre und älter wurden, anstieg.
Frauensterblichkeit: In beiden Perioden starben die Frauen jünger als die Männer; mehr als die Hälfte der weiblichen Krematorien wurde vor dem 40.
Gewalt und Krankheit: Anzeichen von Gewalt finden sich nur bei Menschen aus der Eisenzeit, was auf einen Rückgang der Konflikte in der Römerzeit hinweist. Allerdings nahmen Fälle von Zahnverlust, Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen sowie Nasennebenhöhlenentzündungen während der Römerzeit zu.
Arbeitsteilung: Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule traten aufgrund der schweren körperlichen Arbeit häufiger bei Männern auf. Nasennebenhöhlenentzündungen traten häufiger bei Frauen und Kindern auf, wahrscheinlich weil sie dem Rauch von offenen Feuern in den Häusern ausgesetzt waren.
Soziale und kulturelle Veränderungen
Status und Prestige: Menschen mit hohem sozialen Ansehen erhielten zu Lebzeiten mehr Nahrung und reichere Grabbeigaben. In der Eisenzeit wurden Handwerker besser ernährt und waren größer, und in der Römerzeit wurden bewaffnete Männer mehr geschätzt.
Kinder und Säuglinge: Säuglinge und Kinder waren bei den Bestattungen unterrepräsentiert, vielleicht aufgrund kultureller Traditionen, sie nicht in kommunalen Friedhöfen zu bestatten, oder wegen der schlechten Erhaltung der Überreste.
Veränderungen bei Tierhaltung und Ritualen
Opfer: Die Zusammensetzung der Tierarten und die Anzahl der geopferten Tiere änderte sich. In der römischen Epoche wurden fortschrittlichere Methoden der Fleischzerlegung angewandt, und der Viehbestand wurde aufgrund von Verbesserungen in der Landwirtschaft größer.
Römische Bräuche: Die große Anzahl von Rinder- und Schafsresten könnte mit dem römischen Ritus der suovetaurilia zusammenhängen, der die Opferung eines Stiers, eines Widders und eines Schweins beinhaltete.
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