Surfen am späten Abend wurde mit einer Zunahme von Selbstmordgedanken in Verbindung gebracht

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Studie: Bei Erwachsenen ist die Beschäftigung mit dem Smartphone zwischen 23 Uhr und 1 Uhr nachts mit mehr Selbstmordgedanken verbunden
21:00, 21.11.2025

Wissenschaftler aus den USA haben versucht, herauszufinden, wie genau die nächtliche Nutzung eines Smartphones mit dem mentalen Zustand von Menschen zusammenhängt, die bereits Selbstmordgedanken haben.



Eine neue Studie hat herausgefunden: Bei Erwachsenen mit hohem Suizidrisiko korreliert späte Telefonaktivität zwischen 23:00 und 01:00 Uhr mit mehr Suizidgedanken und Planungen für den nächsten Tag.

An der Arbeit, die in der Zeitschrift JAMA Network Open veröffentlicht wurde, nahmen 79 Erwachsene teil, die in letzter Zeit über Selbstmordgedanken oder -verhalten berichtet hatten. 28 Tage lang hatten sie eine App auf ihren Smartphones installiert, die alle 5 Sekunden einen Screenshot machte, während der Bildschirm aktiv war. Insgesamt sammelten die Forscher mehr als 7,5 Millionen Bilder. Parallel dazu wurde das so genannte Ecological Momentary Assessment (EMA) durchgeführt - die Teilnehmer berichteten mehrmals am Tag in Echtzeit über ihren Zustand und ihre Gedanken.

Mithilfe eines Deep-Learning-Modells unterteilten die Wissenschaftler die nächtliche Smartphone-Nutzung in "passiv" (Scrollen durch Inhalte ohne Tastatur auf dem Bildschirm) und "aktiv" (mit einer Tastatur - SMS schreiben, tippen usw.). Die Analyse zeigte, dass längere Intervalle der nächtlichen Smartphone-Nutzung - 7-9 Stunden am Stück - im Vergleich zu Intervallen von 4-7 Stunden mit einer geringeren Anzahl von Selbstmordgedanken am nächsten Tag verbunden waren.

Der Abend- und Nachtzeitraum zog besondere Aufmerksamkeit auf sich. Smartphone-Aktivitäten zwischen 23:00 und 01:00 Uhr waren mit einem höheren Maß an Selbstmordabsichten am nächsten Tag verbunden als die Nutzung des Telefons zu einem späteren Zeitpunkt - zwischen 01:00 und 05:00 Uhr - oder am frühen Morgen. Umgekehrt wurde festgestellt, dass die aktive Telefonnutzung mit Tippen (Bildschirmtastatur) zwischen 01:00 und 05:00 Uhr mit einem etwas geringeren Risiko am nächsten Tag verbunden war. Die Autoren vermuten, dass die Person dann möglicherweise in Kontakt mit anderen steht (SMS schreiben, um Unterstützung bitten), was das Risiko teilweise verringert, obwohl keine direkten kausalen Schlüsse gezogen werden können.

Die Studie fügt sich in den breiteren Kontext der Belege dafür ein, dass schlechte Schlafqualität und Schlafdefizite Suizidgedanken verstärken. Die nächtliche Nutzung von Smartphones kann den Schlaf aufgrund von blauem Licht, emotional aufgeladenen Inhalten und nächtlichen Benachrichtigungen weiter stören. Es wurde bereits früher festgestellt, dass Menschen mit Suizidgedanken eher an ihrem Telefon "verweilen", aber es war weniger darüber bekannt, wie genau die nächtliche digitale Aktivität mit dem Risiko am nächsten Tag zusammenhängt und ob die Art der Nutzung - passives Scrollen oder aktives Socialising - eine Rolle spielt.

Experten, die die Studie kommentieren, mahnen zur Vorsicht: Die Stichprobe ist relativ klein, die Studie wurde in einem einzigen Zentrum durchgeführt und die Teilnehmer selbst könnten ihre Aktivitäten unterschiedlich wahrnehmen und bewerten. Gleichzeitig glauben die Autoren, dass die entdeckten Muster dazu beitragen können, gezieltere Ansätze zur Suizidprävention zu entwickeln - zum Beispiel digitale Überwachungssysteme und rechtzeitige Interventionen, die spezifische Muster der nächtlichen Smartphone-Nutzung bei gefährdeten Personen berücksichtigen.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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