Von The Day After Tomorrow bis Mad Max: Wie das Kino uns hilft, die Wissenschaft zu verstehen
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Filme können die Wahrnehmung der Wissenschaft nicht nur verzerren, sondern auch helfen, sie zu erklären. Forscher haben ein Science & Cinema-Format beschrieben, bei dem den Zuschauern Ausschnitte aus berühmten Filmen gezeigt werden. Anschließend sortieren Wissenschaftler, was in diesen Szenen der Realität entspricht und was eine künstlerische Übertreibung ist.
Dieser Ansatz kann komplexe Themen - wie Klimawandel, Extremwetter, Anstieg des Meeresspiegels oder Migration - für ein breites Publikum verständlicher machen.
Details
Das Format Wissenschaft & Kino wurde von Hildrun Walter, Fritz Treiber und ihren Kollegen entwickelt. Die Idee ist einfach: Das Kino weiß bereits, wie man Aufmerksamkeit erregt, Emotionen hervorruft und Geschichten erzählt. Wenn sie richtig eingesetzt werden, können Filme ein Grund sein, über Wissenschaft zu sprechen.
Während der Veranstaltungen wurden dem Publikum kurze Szenen aus berühmten Filmen gezeigt. Anschließend erklärte ein Experte, worauf die Wissenschaft beruht, wo sie konventionell ist und wo sie falsch ist. Die Zuschauer konnten dann Fragen stellen und über das Gesehene diskutieren.
Einer dieser Zyklen war dem Klimawandel gewidmet. Die Organisatoren haben das Programm wie eine fortlaufende Geschichte aufgebaut: von Eis und Gletschern über Wasser, Dürre, extremes Wetter und Migration.
Die Diskussion umfasste Szenen aus The Day After Tomorrow, Through the Snow, Ice Age, Artificial Intelligence, Waterworld, Deathstroke, Geostorm, Mad Max, Green Soylent und March.
Den wissenschaftlichen Kommentar lieferte der Professor für Meteorologie und Geophysik Ulrich Fölsche von der Universität Graz. Er half dabei, die echte Klimawissenschaft von der Filmdramaturgie zu unterscheiden und erklärte, welche Prozesse Wissenschaftler wirklich untersuchen.
Warum das wichtig ist
Wissenschaft erscheint oft kompliziert und weit weg vom Alltag. Das Kino hingegen arbeitet mit Emotionen, Bildern und vertrauten Geschichten. Daher kann eine Szene aus einem Film ein guter Einstieg in ein Gespräch über echte wissenschaftliche Themen sein.
Die Autoren stellen fest, dass das Format dazu beitrug, nicht nur Menschen aus dem universitären Umfeld anzuziehen. Bei der Kinoveranstaltung war das Publikum gemischter: Einige der Zuschauer kamen eher wegen des Festivals oder des Filmprogramms als wegen ihres Interesses an Klimafragen. Dennoch waren die Teilnehmer an der Diskussion beteiligt und hatten das Gefühl, etwas Neues gelernt zu haben.
Dies ist besonders wichtig für die Wissenschaftskommunikation. Oft werden Vorträge und Diskussionen von Personen besucht, die sich bereits für Wissenschaft interessieren. Das Format mit Film kann das Publikum erweitern und Menschen ansprechen, die sonst nicht zu einer wissenschaftlichen Veranstaltung kommen würden.
Hintergrund
Filme beeinflussen seit langem, wie sich die Gesellschaft die Wissenschaft vorstellt. Manchmal wecken Filme das Interesse an Weltraum, Biologie, Klima oder Technologie. Aber manchmal halten sie auch an Irrtümern fest: Sie übertreiben die Geschwindigkeit von Katastrophen, machen Wissenschaftlern die Arbeit leichter oder zeigen unmögliche Szenarien als fast real.
Science & Cinema schlägt vor, dieselbe Macht des Kinos für Bildungszwecke zu nutzen. Anstatt Filme einfach nur wegen Ungenauigkeiten zu kritisieren, können Wissenschaftler erklären, warum ein Drehbuch zwar dramatisch, aber nicht immer wissenschaftlich funktioniert.
Allerdings räumen die Autoren der Studie auch die Grenzen ein: Die Stichprobe war klein und das Format muss weiter getestet werden. Wir können also nicht sagen, dass Filmvorführungen die wissenschaftliche Kompetenz dramatisch erhöhen. Aber als eine Möglichkeit, Zuschauer zu engagieren und ein Gespräch über komplexe Themen zu beginnen, sieht der Ansatz vielversprechend aus.
Quelle
Die Studie von Hildrun Walter, Fritz Treiber und Co-Autoren Das Kommunikationsformat Science & Cinema: Reflektieren über die Darstellung von Wissenschaft in Filmen zur gemeinsamen Bedeutungsfindung ist im Journal of Science Communication 2026 veröffentlicht. Die Autoren beschrieben das Format Science & Cinema und evaluierten es bei öffentlichen Veranstaltungen zu wissenschaftlichen Themen und deren Darstellung in Filmen.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













