Warum manche Menschen häufiger von Stechmücken gestochen werden als andere

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Warum Mücken Sie stechen: Es geht nicht nur um den Geruch
18:00, 12.05.2026

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie von Mücken gestochen werden und andere kaum berühren, ist das nicht unbedingt selbstverschuldet. Wissenschaftler verstehen zunehmend, warum manche Menschen für Mücken attraktiver sind als andere.



Es ist nicht das "süße Blut" oder die Augenfarbe, die die Hauptrolle spielen, sondern eine Kombination von Signalen: das Kohlendioxid, das wir ausatmen, der Hautgeruch, die Körpertemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Chemikalien, die von der Mikrobiota auf der Haut produziert werden.

Details

Nur weibliche Stechmücken stechen Menschen: Sie brauchen Blut, um sich zu vermehren. Zunächst nehmen Moskitos das Kohlendioxid auf, das Menschen ausatmen. Dieses Signal kann sie aus Dutzenden von Metern Entfernung anlocken. Wenn sie sich dann nähern, orientieren sie sich am Körpergeruch und - in unmittelbarer Nähe - an der Wärme und Feuchtigkeit der Haut.

Der Geruch ist besonders wichtig. Die menschliche Haut gibt Hunderte von flüchtigen Verbindungen ab, deren Zusammensetzung bei jedem Menschen anders ist. Dieser "chemische Cocktail" wird durch Talg, Schweiß, Bakterien auf der Haut, den physiologischen Zustand und das menschliche Verhalten beeinflusst.

In einer kürzlich durchgeführten Studie haben Wissenschaftler untersucht, wie weibliche Aedes aegypti-Mücken Menschen auswählen. Zweiundvierzig Weibchen nahmen an dem Experiment teil. Die Forscher fanden heraus, dass die Schwangerschaft und die Phase des Menstruationszyklus die Attraktivität für die Mücken beeinflussen. Eine chemische Analyse des Körpergeruchs ergab 27 flüchtige organische Verbindungen, die möglicherweise mit der Attraktivität des Menschen für die Insekten zusammenhängen.

Eine dieser Substanzen war 1-Octen-3-ol, auch "Pilzalkohol" genannt. Er wird durch den Abbau von Talgbestandteilen gebildet und kann die Attraktivität einer Person für Mücken erhöhen.

Die populäre Theorie, dass Moskitos Menschen aufgrund ihrer Blutgruppe auswählen, bleibt umstritten. Es gibt zwar einige kleine Studien zu diesem Thema, aber es gibt keine stabile und überzeugende wissenschaftliche Grundlage für die einfache Schlussfolgerung "Mücken mögen diese Blutgruppe".

Die Rolle von Geruch, Kohlendioxid, Wärme und Hautchemie ist viel zuverlässiger bestätigt. Die Erklärung "mein Blut schmeckt gut" klingt also spektakulär, ist aber wissenschaftlich schwächer als die Geruchs- und Mikrobiota-Version.

Es gibt Hinweise darauf, dass Biertrinken Menschen für Mücken attraktiver machen kann. In einer Studie, die auf einem Festival in den Niederlanden durchgeführt wurde, legten Freiwillige ihre Hände in spezielle Käfige mit weiblichen Anopheles-Moskitos. Menschen, die in den vorangegangenen 24 Stunden Bier getrunken hatten, waren etwa 1,35 Mal attraktiver für die Insekten.

Die Wissenschaftler glauben nicht, dass Moskitos Alkohol per se "mögen". Wahrscheinlicher ist, dass es sich um eine Veränderung des Hautgeruchs, der Körpertemperatur, des ausgeatmeten CO₂ oder anderer physiologischer Signale handelt. Der Verzicht auf Bier garantiert also keinen vollständigen Schutz, aber Alkohol kann einer der Faktoren sein, die das Risiko von Stichen erhöhen.

Warum das wichtig ist

Stechmücken sind nicht nur lästige Insekten. Einige Arten übertragen gefährliche Infektionen wie Dengue, Gelbfieber, Malaria, Chikungunya und das Zika-Virus. Wenn wir verstehen, warum Moskitos bestimmte Menschen häufiger aufsuchen, können wir wirksamere Fallen, Abwehrmittel und Abwehrmethoden entwickeln.

Dies ist vor allem vor dem Hintergrund des Klimawandels von Bedeutung: Die Verbreitungsgebiete einiger Mückenarten weiten sich aus, und Krankheiten, die früher in wärmeren Regionen verbreitet waren, treten weiter nördlich auf.

Mücken können zwar nicht völlig aufhören, Mücken zu mögen", aber das Risiko kann verringert werden. Die sichersten Maßnahmen sind die Verwendung von Mückenschutzmitteln, das Tragen von lockerer, geschlossener Kleidung, der Schutz von Fenstern und Schlafplätzen mit Moskitonetzen und das Vermeiden von stehendem Wasser in der Nähe Ihres Hauses, wo Mücken brüten. Die CDC empfiehlt außerdem, registrierte Repellentien zu verwenden und Ihre Haut mit Kleidung zu bedecken, insbesondere in Gebieten, in denen es viele Mücken gibt.

Hintergrund

Forscher der Rockefeller University haben bereits früher gezeigt, dass manche Menschen aufgrund der Zusammensetzung ihres Hautgeruchs dauerhaft "Magneten" für Mücken bleiben. Insbesondere brachten sie die Anziehungskraft mit einem erhöhten Gehalt an Carbonsäuren in Verbindung, die auf der Haut gebildet werden und von der Mikrobiota beeinflusst werden können.

Aber es gibt keinen universellen Einzelfaktor. Die Mücke konzentriert sich nicht auf ein einzelnes Merkmal, sondern auf eine Kombination von Signalen. Daher können zwei Menschen nebeneinander eine unterschiedliche Anzahl von Stichen erhalten, selbst wenn sie ähnliche Kleidung, Ernährung und Bedingungen haben.

Quelle

Material AFP Warum sind manche Menschen Mückenmagneten? Clues are emerging on Phys.org fasst neue Daten darüber zusammen, wie Moskitos Menschen auswählen. Sie beruhen auf Studien zu Hautgeruch, Kohlendioxid, Körpertemperatur, Mikrobiota und Verhaltensfaktoren, einschließlich Bierkonsum. Weitere Daten sind in Cyphers and cycles - a chemical basis for the differential attraction of humans to Aedes aegypti veröffentlicht, in der die Anziehungskraft von 42 Frauen auf Aedes aegypti Mücken untersucht wurde.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.