Wissenschaftler haben entdeckt, wie Lachse "fluchen", wenn sie eingeengt sind

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Wenn Lachse krank werden, fangen sie an zu schnappen - Wissenschaftler haben die seltsamen Geräusche aufgezeichnet
SINTEF
19:00, 12.05.2026

Lachse können nicht im menschlichen Sinne fluchen, aber sie können seltsame Klickgeräusche machen, wenn sie gestresst sind. Die SINTEF-Forscher nahmen diese Geräusche auf, wenn die Fische in den Käfigen überfüllt waren. Je weniger Platz die Lachse hatten, desto häufiger traten die ungewöhnlichen akustischen Signale auf.



Wissenschaftler wissen noch nicht, wie genau Fische diese Klicklaute erzeugen. Zu den Varianten gehören die Bewegung des Kiefers, das Ausstoßen von Luft oder Vorgänge im Zusammenhang mit dem Darm.

Details

Der Atlantische Lachs gilt im Allgemeinen nicht als "gesprächiger" Fisch. Im Gegensatz zu einigen anderen Arten, wie z.B. dem Kabeljau, ist er nicht für eine aktive akustische Kommunikation bekannt. Daher waren die Klicklaute, die während einer Stresssituation auftraten, für die Forscher eine Überraschung.

Bei einem der Experimente wurden kleine Meereskäfige mit jeweils etwa 40 Fischen verwendet. Die Wissenschaftler hoben den Boden des Käfigs schrittweise an und verringerten so das verfügbare Wasservolumen. Dadurch entstand ein Gedränge, eine Situation, die für Lachse als stressig gilt.

Die Geräusche wurden mit Hydrophonen - Unterwassermikrofonen - aufgenommen. Der automatische Erkennungsalgorithmus zeigte einen dramatischen Anstieg der akustischen Ereignisse während des Gedränges: bis zu 1.000 Ereignisse in 10 Minuten gegenüber etwa 20 Ereignissen in 10 Minuten am Tag nach der stressigen Prozedur.

Die Forscher korrelierten die akustischen Ereignisse auch mit den Aktivitäts- und Herzfrequenzdaten der Fische. Dies zeigte, dass die passive akustische Überwachung ein vielversprechender Weg sein könnte, um Stress bei Zuchtlachsen zu verfolgen.

Unabhängig davon untersuchte das SINTEF-Team die Lärmumgebung in echten Meereskäfigen. In der Studie von 2026 zeichnete ein Hydrophon von Juli bis November 2023 Geräusche in einem offenen Käfig auf, und die Forscher verglichen die normalen Bedingungen, die Handhabung der Fische und die Netzreinigung. Das ist wichtig, denn die Aquakultur ist keine ruhige Umgebung: Lärm entsteht durch Wellen, Wind, Schiffe, Ausrüstung und den Betrieb der Farm.

Warum das wichtig ist

Für die Fischzucht ist das nicht nur ein kurioses Detail. Stress bei Lachsen kann das Wohlbefinden der Fische beeinträchtigen, das Verletzungsrisiko erhöhen und den Betrieb der Zuchtanlagen erschweren. Die Aggregation ist besonders wichtig, da sie beim Umsetzen von Fischen zwischen Käfigen oder vor Behandlungen eingesetzt wird.

Heutzutage wird der Zustand der Fische oft visuell beurteilt, indem man das Verhalten, die Aktivität an der Oberfläche und die Gruppendichte betrachtet. Aber wenn die Fische tiefer sind oder es viele von ihnen gibt, ist eine solche Überwachung nur begrenzt möglich. Unterwassermikrofone können eine zusätzliche Möglichkeit der Überwachung bieten, ohne die Fische zu berühren oder ihre Umgebung zu stören.

Es ist wichtig, nicht zu übertreiben: Klickgeräusche bedeuten nicht, dass die Lachse "vor Schmerz schreien" oder sich bewusst beschweren. Im Moment ist es korrekter zu sagen, dass die Wissenschaftler ein akustisches Zeichen für Stress entdeckt haben.

Hintergrund

Passive akustische Überwachung ist eine Technik, bei der die Forscher kein Signal ins Wasser senden, sondern einfach mit Hilfe von Hydrophonen in die Umgebung "hineinhören". Auf diese Weise lassen sich das Verhalten von Meerestieren, der Geräuschhintergrund und die Auswirkungen von menschlichem Lärm untersuchen. Die NOAA beschreibt solche Technologien als eine Möglichkeit, das Verhalten und die Bewegungen von Meerestieren zu beobachten und zu beurteilen, wie sie von anthropogenem Lärm beeinflusst werden.

Im Falle des Lachses entwickelt sich die Richtung noch weiter. Forscher haben bereits beobachtet, dass sich die Geräuschmuster ändern, wenn die Fische hungrig oder verängstigt sind, aber die Interpretation dieser Signale war bisher eine Herausforderung. Die Herausforderung besteht nun darin, zu verstehen, welche Geräusche mit Stress verbunden sind, wie sie entstehen und ob sie in Echtzeit auf Fischfarmen eingesetzt werden können.

Quelle

Die wichtigsten Ergebnisse sind eine Studie von Kristbjörg Edda Jónsdóttir et al. Detection of a stress-related acoustic signature by passive acoustic monitoring in Atlantic salmon farming, veröffentlicht in Aquacultural Engineering im Jahr 2024, und ein Artikel über die langfristige passive akustische Unterwasserüberwachung der Geräuschkulisse in einem Meereskäfig für Atlantischen Lachs, veröffentlicht in Aquaculture International im Jahr 2026. Sie untersuchten die Geräuschsignale des Atlantischen Lachses und die Geräuschumgebung von Meereskäfigen.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.