Wie Sie lernen, auf die Signale Ihres Körpers zu hören und gesünder zu werden

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Interozeption - der vergessene 'sechste Sinn', der Ihnen hilft, Stress zu bewältigen
01:00, 06.06.2025

Stellen Sie sich vor, Ihr Körper überwacht seine eigene Gesundheit, seine Atmung und seine Herzfrequenz wie eine intelligente Uhr - nur ohne die Gadgets. Das ist keine Fantasie, sondern die Essenz eines neuen Konzepts der Achtsamkeit, das Wissenschaftler Interozeption nennen - die innere Wahrnehmung von Körpersignalen.



"Die Interozeption ist der sechste Sinn, mit dem wir geboren werden", erklärt Dr. Rangan Chatterjee in Make Change That Lasts.

Im Gegensatz zu den bekannten fünf Sinnen ist er nicht mit der Außenwelt verbunden. Es ist die Art und Weise, wie das Gehirn den Zustand der inneren Organe überwacht - sei es die Atmung, der Hunger oder die Angst, heißt es in dem Elle-Artikel.

Die Journalistin und Autorin von Inner Sense, Caroline Williams, betont, dass die Interozeption es Ihnen ermöglicht, "den Kontakt zwischen Körper und Geist herzustellen, um Ihr Nervensystem buchstäblich zurückzusetzen". Einfache Übungen - Atemübungen, Pilates, Yoga - helfen dabei, die Sensibilität für körperliche Signale zu schulen. Wie sich die Autorin erinnert, brachte ihr Therapeut ihr bei, in Momenten der Angst die Hand auf die Brust zu legen, die Augen zu schließen und sich auf die Atmung zu konzentrieren. Dies war die Entwicklung der Interozeption.

Es gibt drei Arten von Signalen: unbewusste (Puls, Atmung), bewusste (Durst, Hunger, Angst) und das sogenannte "Bauchgefühl". Dieses beeinflusst das Selbstwertgefühl, die Motivation und die Entscheidungsfindung - auch wenn Sie sich dessen nicht bewusst sind.

Eine tiefere interozeptive Wahrnehmung kann das Leben verändern.

Eine Studie aus dem Jahr 2013 ergab, dass Menschen, die auf ihren Körper hören, seltener überessen und an Essstörungen leiden. Im Jahr 2021 wurde festgestellt, dass regelmäßiges Training der Herzfrequenz-Achtsamkeit bei Autisten dazu beitrug, das Angstniveau zu senken - 31 Prozent waren nach sechs Sitzungen völlig frei von Symptomen.

Die Arbeit mit Körperempfindungen ist nützlich bei der Verarbeitung von Traumata. Ein Beispiel dafür ist, wenn eine Person in der Lage ist, die Angst im Solarplexus "aufzuspüren" und ihr zu erlauben, durch den Körper zu fließen, ohne sie zu blockieren. Das bringt die Kontrolle über die Emotionen zurück.

Im Zeitalter der Smartphones ist diese Fähigkeit jedoch geschwächt worden.

"Die digitale Umgebung hat uns daran gewöhnt, alle acht Sekunden umzuschalten. Interozeption ist im Wesentlichen die Kunst, sich zu konzentrieren und wahrzunehmen, was im Inneren vor sich geht", erklärt der Atemtherapeut Rob Rea. Seine Klientin, eine Primaballerina am Royal Opera House, hat damit gelernt, körperliche Reaktionen vor Auftritten zu erkennen.

Dieser Ansatz gibt dem Körper eine Stimme zurück. Denn oft ist 'Intuition' keine mystische Einsicht, sondern eine Fähigkeit, die jedem zur Verfügung steht. Sie müssen nur lernen, sich selbst zu hören.

Hier finden Sie bewährte und einfache Methoden, um dies zu tun:

🔹 1. Bewusstes Atmen

  • Setzen Sie sich an einen ruhigen Ort und schließen Sie die Augen.

  • Legen Sie eine Hand auf Ihre Brust oder Ihren Bauch.

  • Beobachten Sie Ihre Ein- und Ausatmung - spüren Sie, wie die Luft Ihre Lungen füllt und wieder ausströmt.

  • Atmen Sie langsam und tief: atmen Sie durch die Nase ein - atmen Sie durch den Mund aus.

  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Körperempfindungen: Herzfrequenz, Muskelspannung, Hauttemperatur.

⏱ Zeit: 5-10 Minuten pro Tag.

🔹 2. Körper-Scan

  • Legen oder setzen Sie sich bequem hin.

  • Scannen Sie Ihren Körper gedanklich von oben nach unten.

  • Notieren Sie alle Empfindungen: Schwere, Kribbeln, Schmerz, Wärme, Luftbewegung.

  • Bewerten Sie nicht, beobachten Sie einfach.

📍 Diese Übung hilft Ihnen, besser zu verstehen, wo sich Emotionen im Körper befinden.

🔹 3. Gefühls-Tagebuch

  • Schreiben Sie auf, wie sich Ihr Körper in verschiedenen Situationen fühlt: vor einem wichtigen Telefonat, nach einer Mahlzeit, wenn Sie Angst haben.

  • Beispiele für Notizen: "Das Herz schlägt schnell, der Magen fühlt sich leer an", "Die Schultern sind angespannt, die Atmung ist flach".

  • Es hilft, Ihre eigenen Muster zu 'erkennen'.

🔹 4. Körperliche Aktivität mit Fokus auf den Körper

  • Machen Sie Yoga, Pilates oder Tanz und beobachten Sie, wie sich Ihr Körper bewegt.

  • Achten Sie darauf, wo die Spannung liegt, wie sich die Bewegungen anfühlen, Ihre Atmung, Ihre Herzfrequenz.

🏃 Das Ziel ist nicht nur, sich zu bewegen, sondern die Empfindungen der Bewegung wahrzunehmen.

🔹 5. Stressreaktion

  • Wenn Sie ängstlich oder wütend sind, unterdrücken Sie es nicht.

  • Stehen Sie auf, atmen Sie 3-4 Mal langsam ein und spüren Sie, wo in Ihrem Körper die Emotion sitzt: Kehle, Brust, Bauch?

  • Benennen Sie das Gefühl: 'Spannung', 'Druck', 'Brennen' - und lassen Sie es vorübergehen.

🔹 6. Üben Sie "Was fühle ich jetzt gerade?"

  • Stellen Sie sich mehrmals am Tag die Frage:

    Was fühle ich jetzt gerade in meinem Körper?
    Wo fühle ich es?
    Ist es angenehm, unangenehm oder neutral?
    Worauf kann es sich beziehen?

⚠️ Wichtig:

  • Nehmen Sie sich Zeit. Die Fähigkeit entwickelt sich allmählich.

  • Dies ist keine Meditation im klassischen Sinne - das Ziel ist nicht, den Geist zu klären, sondern den Körper zu hören.

  • Wenn Sie sich bei diesen Praktiken ängstlich oder negativ fühlen - beginnen Sie mit kurzen Sitzungen und/oder konsultieren Sie einen Psychologen.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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