Wissenschaftler haben den Ursprung des rätselhaften „Blutwasserfalls“ in der Antarktis aufgeklärt

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Uralte Mikroben haben das Geheimnis des „Blutwasserfalls“ in der Antarktis gelüftet
Bildnachweis: Bryan Minnear
22:00, 05.08.2026

Ein internationales Forscherteam hat den Ursprung des berühmten „Blutwasserfalls“ in der Antarktis aufgeklärt. Die Analyse von Mikroorganismen, die im roten Salzwasser unter dem Taylor-Gletscher leben, ergab, dass dieser ungewöhnliche Wasserlauf höchstwahrscheinlich ein Überbleibsel von uraltem Meerwasser ist, das unter der dicken Eisschicht eingeschlossen wurde.



Der „Blutwasserfall“ befindet sich am Rand des Taylor-Gletschers in den antarktischen „Trockenen Tälern“ von McMurdo. Unterhalb des Gletschers tritt leuchtend rotes Salzwasser aus, das sich bei Kontakt mit der Luft durch Eisenverbindungen verfärbt.

Wissenschaftler wussten schon lange, warum das Wasser eine rote Farbe aufweist, doch die Herkunft der unter dem Gletscher liegenden Sole selbst war bislang umstritten.

Details

Die Forscher entnahmen 167 Proben von Wasser, Sedimenten, Eis und Luft in der Umgebung des Gletschers.

Mithilfe genetischer Analysen untersuchten sie die Zusammensetzung der Mikroorganismen und stellten fest, dass die Mikroben-Gemeinschaften im Bereich des „Blutwasserfalls“ fast ausschließlich aus Organismen bestehen, die typisch für eine Meeresumgebung sind.

In anderen Gebieten der „Trockenen Täler“ überwogen Süßwasser- und Landmikroorganismen.

Die erzielten Ergebnisse bestätigen die Hypothese, dass sich die unter dem Eis befindliche Sole aus Meerwasser gebildet hat.

Nach Ansicht der Wissenschaftler hat das Meer während einer der Warmzeiten der Vergangenheit das Taylor-Tal überflutet. Später sank der Meeresspiegel, ein Gletscher rückte vor und schnitt diesen Gewässerabschnitt vom Meer ab.

Das isolierte Ökosystem konnte sich über einen sehr langen Zeitraum unter dem Eis erhalten.

Die Autoren halten es zudem für unwahrscheinlich, dass Meeresmikroorganismen durch heutige Winde hierher getragen wurden, was den uralten Ursprung der Sole zusätzlich untermauert.

Warum dies wichtig ist

Die Studie trägt zu einem besseren Verständnis darüber bei, wie Mikroorganismen unter extremen Bedingungen über einen langen Zeitraum überleben können.

Darüber hinaus gelten solche unter dem Eis liegenden Ökosysteme als mögliches Analogon zu den Bedingungen, die unter der Eiskruste einiger Monde von Jupiter und Saturn herrschen könnten, wo ebenfalls flüssiges Wasser vermutet wird.

Quelle

Studie: Angela Zoumplis et al. „Molecular evidence for a relict marine community in an Antarctic Dry Valleys subglacial brine-fed system“.

Zeitschrift: Nature Geoscience (2026).

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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