Es hat sich herausgestellt, dass das Gehirn selbst im tiefsten Schlaf "aufwacht"
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Träume sind nicht nur ein mysteriöses Phänomen, das die Menschheit seit der Antike beunruhigt, sondern auch ein wichtiges Objekt von wissenschaftlichem Interesse.
Dank eines internationalen Konsortiums von Wissenschaftlern unter der Leitung von Giulio Bernardi von der IMT Graduate School of Advanced Studies in Lucca, Italien, und mit Unterstützung der Bial Foundation wurde das bisher größte Archiv von Aufzeichnungen der Gehirnaktivität während des Schlafs in Kombination mit Traumberichten erstellt.
Im Rahmen des DREAM-Projekts (Dream EEG and Mentation) wurden Daten von mehr als 2.600 Aufwachen bei 505 Teilnehmern aus 20 wissenschaftlichen Studien gesammelt.
Dies ist der erste groß angelegte Versuch, EEG- und MEG-Ergebnisse mit Traumbeschreibungen zu kombinieren und Forschern aus aller Welt Zugang zu einem großen und standardisierten Datensatz zu verschaffen.
Die Analyse, die in Nature Communications veröffentlicht wurde, zeigt, dass Träume nicht nur während der REM-Phase (Rapid Eye Movement) des Schlafs auftreten, wie bisher angenommen, sondern auch während der ruhigen, tiefen NREM-Phase. In diesem Fall ähnelt die Gehirnaktivität während des Träumens in der NREM-Phase viel mehr dem Wachzustand als dem Tiefschlaf. Mit anderen Worten, das Gehirn kann in diesen Momenten "teilweise wach" sein.
Diese Entdeckung verändert die übliche Auffassung darüber, wie und wann Träume auftreten. Bisher ging man davon aus, dass die meiste Aktivität während der Träume in der REM-Phase stattfindet - der Zeit des Schlafs, in der sich die Augen schnell bewegen und das Gehirn maximal aktiv ist. Die neue Datenbank beweist jedoch: Auch im Tiefschlaf kann ein Mensch lebhafte Träume haben.
Darüber hinaus haben die Wissenschaftler Algorithmen der künstlichen Intelligenz eingesetzt, um die Muster der Gehirnaktivität zu analysieren, die dem Erwachen vorausgehen. Diese Algorithmen sagten mit hoher Genauigkeit voraus, ob eine Person zu einem bestimmten Zeitpunkt träumte. Dies eröffnet die Möglichkeit, Methoden zu entwickeln, die in Echtzeit nicht nur die Tatsache des Träumens selbst, sondern vielleicht auch dessen Inhalt oder emotionale Natur bestimmen können.
Wie Giulio Bernardi bemerkt, war die Studie das Ergebnis der Bemühungen von 53 Wissenschaftlern aus 37 wissenschaftlichen Einrichtungen in 13 Ländern. Ihm zufolge ist dies ein wichtiger Schritt hin zu einem wissenschaftlichen Verständnis des menschlichen Bewusstseins, da es zum ersten Mal möglich ist, Jahrzehnte der Traumforschung in einem integrierten Datensatz zu analysieren.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.












