Tattoos können Krebsrisiko erhöhen - Ergebnisse einer Zwillingsstudie
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Tätowierungen sind in den letzten Jahren extrem populär geworden, aber nur wenige Menschen denken darüber nach, dass sich unter die Haut gespritzte Pigmente im Körper ausbreiten und in den Lymphknoten ansiedeln können.
Eine große dänische Studie, die von Wissenschaftlern der Universität von Süddänemark (SDU) und der Universität von Helsinki durchgeführt wurde, hat ergeben, dass Träger von großen Tattoos eher an Lymphomen und Hautkrebs erkranken.
Die wichtigsten Fakten der Studie
Gegenstand der Studie
Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 5.900 Personen aus der Danish Twin Tattoo Cohort (Dänische Zwillings-Tätowierungs-Kohorte). Diese einzigartige Stichprobe ermöglichte den Vergleich genetisch ähnlicher Menschen - Zwillinge -, um den Einfluss rein äußerer Faktoren im Zusammenhang mit Tätowierungen zu ermitteln.Das wichtigste Ergebnis
Bei Trägern von Tätowierungen wurde ein erhöhtes Auftreten von Lymphomen und Hauttumoren im Vergleich zu Personen ohne Tätowierungen beobachtet. Der Zusammenhang war besonders ausgeprägt bei Personen mit großen Tätowierungen, die größer als die Handfläche waren. Bei Lymphomen war die Inzidenz der Krankheit bei Personen mit "großen Tätowierungen" fast dreimal so hoch wie bei Personen ohne Tätowierungen.Die Rolle des lymphatischen Systems
Die Forscher betonen, dass sich die Pigmentpartikel in den Lymphknoten ansammeln, die einen wichtigen Teil des Immunsystems bilden. Eine mögliche Hypothese: Der Körper versucht, fremde Substanzen zu "bekämpfen", was über Jahre hinweg chronische Entzündungen aufrechterhalten und die Wahrscheinlichkeit von Krebs erhöhen kann.
Warum diese Ergebnisse wichtig sind
- Die zunehmende Beliebtheit von Tattoos
Wissenschaftler schätzen, dass im Alter von 25 Jahren etwa 40 % der Frauen und 30 % der Männer mindestens eine Tätowierung haben, und viele bestellen gleich große "Projekte". - Eine Frage der Farbe
Frühere Studien weisen darauf hin, dass die Zusammensetzung der Tinte potenziell schädliche Bestandteile enthalten kann. Rote Tinte zum Beispiel kann eher allergische Reaktionen hervorrufen. In dieser Studie wurde keine eindeutige Korrelation mit einem bestimmten Pigment gefunden, was jedoch nicht ausschließt, dass die Farbe eine Rolle beim Krebsrisiko spielt.
Zukünftige Forschungsrichtungen
Die Wissenschaftler wollen weiter untersuchen, wie genau das Pigment - insbesondere die Mikropartikel - auf molekularer Ebene mit den Lymphknoten interagiert und wie dies das Risiko für bestimmte Arten von Lymphomen erhöht. Eine weitere Frage ist, ob es einen zeitabhängigen Effekt gibt, da viele Menschen sich in jungen Jahren tätowieren lassen und diese Tätowierungen über Jahrzehnte hinweg behalten.
Laut der Assistenzprofessorin Signe Bedsted Clemmensen wird ein besseres Verständnis der biologischen Mechanismen dazu beitragen, Empfehlungen zu formulieren und möglicherweise die Risiken zu verringern - zum Beispiel durch verbesserte Tintenformulierungen oder besondere medizinische Einschränkungen für große Tätowierungen.
Es ist zwar noch zu früh, um Tätowierungen als eine Hauptursache für Krebs zu bezeichnen, aber die Ergebnisse mahnen zur Vorsicht. Wenn Sie sich ein großes Tattoo stechen lassen wollen, sollten Sie die möglichen langfristigen Auswirkungen auf Ihr Immunsystem bedenken und Ihre Farbe sorgfältiger auswählen. Die wissenschaftliche Gemeinschaft wird das Thema weiter untersuchen, um festzustellen, wie ernst die Gefahr ist und wie sie minimiert werden kann.
Referenz der Studie:
Clemmensen, S. B. et al. Tattoo ink exposure is associated with lymphoma and skin cancers - a Danish study of twins, BMC Public Health (2025).DOI: 10.1186/s12889-025-21413-3
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













