Wissenschaftler haben entdeckt, wie antike Menschen Steinwerkzeuge härteten
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Wissenschaftler haben in Australien die ältesten bekannten Spuren der Wärmebehandlung von Feuerstein gefunden, einer Technik, bei der der Stein erhitzt wurde, um ihn leichter zu scharfen Werkzeugen zu machen. Die Funde aus Arnhem Land sind mindestens 45.000-40.000 Jahre alt und könnten sogar mehr als 55.000 Jahre alt sein.
Wichtig: Wir sprechen hier nicht vom "Härten" im Sinne der Metallbearbeitung. Die Menschen der Antike haben den Stein nicht geschmolzen, sondern ihn sanft erhitzt, um seine inneren Eigenschaften zu verändern und ihn leichter spaltbar zu machen.
Details
Die Studie betrifft die Ausgrabungsstätte Nauwalabila I im Arnhem Land im Norden Australiens. Sie ist eine der ältesten archäologischen Stätten des Kontinents. Wissenschaftler haben Steinartefakte aus dieser Stätte erneut untersucht und Hinweise darauf gefunden, dass ein Teil des Feuersteins vor der Weiterverarbeitung absichtlich erhitzt wurde.
Dies war die Technik, die zur Herstellung von Steinsplittern und Klingen verwendet wurde. Nach dem Erhitzen verändert der Feuerstein seine Struktur: Er überträgt die Kraft des Aufpralls besser, so dass es leichter ist, dünne und scharfe Fragmente abzubrechen. Einfach ausgedrückt, das Feuer half, den Stein für den Meister "gefügiger" zu machen.
Feuerstein ist schwieriger mit Feuer zu bearbeiten als einige andere Gesteine, wie z.B. Silcrete. Er kann Feuchtigkeit speichern und bei unsachgemäßer Erhitzung Risse bekommen oder verfallen. Daher erforderte diese Technik Erfahrung: Der Stein musste hart genug erhitzt werden, ohne ihn jedoch zu verderben.
Das Alter der Funde ist besonders wichtig. Nach Ansicht der Autoren ist die Wärmebehandlung von Feuerstein in Nauwalabila I definitiv älter als 45-40 Tausend Jahre, und nach einigen Interpretationen könnte sie auf die Zeit vor 60-53 Tausend Jahren zurückgehen. Damit ist es das älteste bekannte Beispiel für eine solche Bearbeitung von Feuerstein in der Welt.
Die Wissenschaftler sahen auch, dass die Steine sowohl vor als auch nach dem Erhitzen bearbeitet wurden. Dies ist ein wichtiges Zeichen für Absicht: Die Menschen haben nicht einfach einen Stein ins Feuer geworfen, sondern das Feuer als Teil der Prozesskette zur Herstellung von Werkzeugen genutzt.
Warum das wichtig ist
Diese Entdeckung zeigt, dass die alten Australier schon sehr früh anspruchsvolle technologische Techniken beherrschten. Sie wählten nicht nur den richtigen Stein aus, sondern veränderten seine Eigenschaften mit Hilfe von Feuer.
Diese Entdeckung verändert auch die Chronologie der frühen Steintechnologie. Bisher wurden antike Beispiele für die Wärmebehandlung von Feuerstein eher mit späteren Monumenten in Eurasien in Verbindung gebracht - zum Beispiel vor etwa 25.000 Jahren in der Duktai-Region und vor etwa 22.000 Jahren in der europäischen Solutre. Der australische Fund ist fast doppelt so alt wie diese Beispiele.
Gleichzeitig ist in Afrika eine frühere Wärmebehandlung anderer Gesteine bekannt: Seidenbeton wurde dort bereits vor etwa 120-164 Tausend Jahren erhitzt. Die Entdeckung aus Australien bedeutet also keineswegs die erste Verwendung von Feuer zur Bearbeitung von Gestein. Seine Bedeutung liegt woanders: Es ist das früheste zuverlässige Beispiel für die Bearbeitung von Feuerstein.
Hintergrund
Archäologen diskutieren darüber, wie diese Technologie nach Australien kam. Eine Möglichkeit ist, dass sie vor Ort unabhängig erfunden wurde. Eine andere ist, dass die ersten Homo sapiens auf ihrer Reise von Afrika und Westasien durch Süd- und Südostasien das Wissen über die Wärmebehandlung von Stein mitgebracht haben könnten.
Eine endgültige Antwort gibt es noch nicht. Wenn die Technologie mit den frühen Migranten mitkam, sollten Archäologen auf den Routen durch Süd- und Südostasien ähnliche Spuren der Hitzebehandlung von Feuerstein finden. Die Autoren weisen darauf hin, dass nach solchen Funden vielleicht einfach nicht systematisch gesucht wurde.
Auch in Australien selbst ist das Bild nicht einheitlich. Im Norden, wo Feuerstein im Überfluss vorhanden ist, werden frühe Spuren damit in Verbindung gebracht. In den südlichen und südöstlichen Regionen ist die Bearbeitung von Silbeton verbreiteter, wahrscheinlich wegen der Verfügbarkeit dieses Materials.
Quelle
Patrick Schmidt und Peter Hiscock Earliest Lithic Heat Treatment in Australia is the World's Oldest Known Treatment of Chert , veröffentlicht im Journal of Paleolithic Archaeology im Jahr 2026. Die Autoren untersuchten Artefakte aus Nauwalabila I in Arnhem Land und kamen zu dem Schluss, dass dies das älteste bekannte Beispiel für eine systematische Wärmebehandlung von Feuerstein ist.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













