Wissenschaftler haben herausgefunden, was die Bewohner des alten Mesopotamiens tatsächlich aßen
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Wissenschaftler haben die Ernährung der alten Mesopotamier anhand des Zahnschmelzes rekonstruiert. Es stellte sich heraus, dass die einfachen Menschen anders aßen, als in den alten Texten beschrieben. Ihr täglicher Speiseplan war einfacher und enthielt kaum Fisch, trotz der Nähe von Wasser.
Die Studie wurde auf dem Gebiet der antiken Stadt Abu-Tbeir im Süden des modernen Irak durchgeführt. Die Wissenschaftler untersuchten den Zahnschmelz von Menschen, die vor etwa 4.500 Jahren lebten. Es ist der Zahnschmelz, der die chemischen Spuren der Nahrung am besten bewahrt und es ermöglicht, die Ernährung auch dort wiederherzustellen, wo andere organische Materialien längst zerstört sind.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Ernährung auf Getreide, vor allem Gerste und Weizen, basierte. Schweinefleisch wurde offenbar als Hauptquelle für tierisches Eiweiß verwendet. Es gibt fast keine Hinweise auf Fischkonsum, was angesichts der Nähe der Siedlung zu Gewässern unerwartet erscheint.
Diese Schlussfolgerung ist besonders interessant vor dem Hintergrund der schriftlichen Quellen dieser Epoche. In Keilschrifttexten werden häufig Fisch und Bier erwähnt, aber solche Aufzeichnungen spiegeln eher das Leben der Elite wider als das Alltagsleben der einfachen Leute. Die neuen Daten zeigen, dass die tatsächliche Ernährung viel bescheidener und eintöniger war.
Details
Die Studie ermöglichte es außerdem, einige Aspekte des Lebens der antiken Bevölkerung zu klären. Insbesondere kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass Säuglinge bis zum Alter von etwa sechs Monaten gestillt wurden, danach wurde allmählich Tiermilch in den Speiseplan aufgenommen. Es gab auch keine nennenswerten Unterschiede in der Ernährung zwischen Männern und Frauen.
Warum das wichtig ist
Insgesamt zeigt die Arbeit, dass moderne wissenschaftliche Methoden neue Einblicke in das Leben der antiken Gesellschaften ermöglichen. Die Analyse des Zahnschmelzes bietet die Möglichkeit, nicht nur das offizielle Bild zu sehen, das sich in den Quellen widerspiegelt, sondern auch die alltäglichen Gewohnheiten der Menschen, die nur selten in der schriftlichen Geschichte festgehalten wurden.
Quelle
Die Studie wurde von Wissenschaftlern der Universität Sapienza (Italien) durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













