117 Jahre ohne Krankheit: Wissenschaftler haben die biologischen Geheimnisse der am längsten lebenden Frau der Welt gelüftet

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Gene, Mikroflora und keine Entzündung: Was Maria Branias half, 117 Jahre alt zu werden
Arxiu de la família Branyas Morera
14:00, 27.09.2025

Wissenschaftler aus Spanien haben eine einzigartige Studie über den Körper von Maria Branyas durchgeführt, die offiziell als die am längsten lebende Frau der Welt anerkannt ist.



Zum Zeitpunkt ihres Todes im August 2024 war sie 117 Jahre alt. Die Arbeit, die in der Zeitschrift Cell Reports Medicine veröffentlicht wurde, zeigt, welche biologischen Merkmale und Prozesse ihr ein langes und gesundes Leben beschert haben könnten.

Ein Forscherteam des Josep Carreras Leukämie-Instituts verwendete die multivariate Analyse, eine moderne Technik, die die gleichzeitige Untersuchung von Genetik, Genexpression, Blutbiochemie, Speichelzusammensetzung, Darmmikrobiom und anderen Körperparametern ermöglicht. Die gewonnenen Daten wurden mit den Indikatoren von jüngeren Menschen und anderen Langlebigen verglichen.

Das Geheimnis der Langlebigkeit: Gesundheit ≠ Alter

Die wichtigste Schlussfolgerung der Arbeit: Ein hohes Alter bedeutet nicht unbedingt eine schlechte Gesundheit. Obwohl Branias Anzeichen der biologischen Alterung zeigte - verkürzte Telomere (Endabschnitte der Chromosomen) und altersbedingter Abbau von Immunzellen - litt sie nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder anderen für das Alter typischen Krankheiten.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sie seltene genetische Mutationen hatte, die sie vor chronischen Krankheiten schützen könnten. Außerdem wies sie niedrige Werte von Entzündungsmarkern in ihrem Blut auf, was darauf hindeutet, dass keine systemische Entzündung vorliegt, ein Schlüsselfaktor bei vielen altersbedingten Krankheiten.

Eine der auffälligsten Entdeckungen war die Zusammensetzung ihrer Darmmikroflora. Branias verfügte über eine hohe Konzentration von Bifidobakterien, nützlichen Bakterien, die die Verdauung und die Immunregulation unterstützen. Bei den meisten älteren Menschen nimmt ihre Zahl mit dem Alter ab.

Aber noch überraschender war ihr biologisches Alter, das durch epigenetische Markierungen (chemische "Etiketten" auf der DNA) bestimmt wurde. Es stellte sich heraus, dass ihre Zellen "dachten", sie sei viel jünger, als es ihr Ausweis aussagte. Ihr Körper alterte also langsamer, als er hätte altern müssen.

Was bedeutet das für uns?

Obwohl sich die Studie nur auf einen Teilnehmer bezieht, kann ihre Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie zeigt, dass Langlebigkeit nicht einfach eine Frage des kalendarischen Alters ist, sondern das Ergebnis einer glücklichen Kombination aus Genetik, Stoffwechselprozessen, dem Mikrobiom und vielleicht auch dem Lebensstil.

"Unsere Daten zeigen, dass Altern und Krankheit möglicherweise nicht untrennbar miteinander verbunden sind. Dies stellt die gängige Vorstellung in Frage, dass Alter unweigerlich eine schlechtere Gesundheit bedeutet", heißt es in der Studie.

Die gewonnenen Erkenntnisse könnten die Grundlage für neue Therapien bilden, die darauf abzielen, das Altern zu verlangsamen, sowie für Ernährungs- und Verhaltensempfehlungen, die helfen, altersbedingte Veränderungen zu minimieren.

Maria Branias wurde 1907 geboren, überlebte zwei Weltkriege, Pandemien und viele gesellschaftliche Veränderungen. Sie blieb bis zu ihrem Lebensende gesund und in allgemein guter körperlicher Verfassung.

"Marias Phänomen erinnert uns daran, wie viel wir noch immer nicht über den menschlichen Körper und sein Potenzial wissen", sagte der Hauptautor der Studie , Dr. Manuel Esteller.

Die Studie ist ein Beitrag zu einer wachsenden Zahl wissenschaftlicher Erkenntnisse, die zeigen, dass der Schlüssel zur Langlebigkeit in molekularen Details und nicht in allgemeingültigen Rezepten liegen könnte.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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