In der Schweiz haben Ärzte damit begonnen, Museumsbesuche anstelle von Medikamenten zu verschreiben

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In der Schweiz haben Ärzte begonnen, kostenlose Museumsbesuche zum Stressabbau zu verschreiben
Marianne de Reinier Nevski, Leiterin der Kulturvermittlung in Neuchâtel, links, und Stadträtin Julie Courcier Delafontaine sprechen über das neue Programm "Museumsrezepte" vor dem Ethnographischen Museum von Neuchâtel in Neuchâtel, Schweiz, Mittwoch, 19. März 2025. Kredit: AP Photo/Jamey Keaton
05:00, 28.03.2025

Die Einwohner der Schweizer Stadt Neuchâtel können jetzt ein ungewöhnliches Rezept von einem Arzt bekommen - einen kostenlosen Museumsbesuch.



Die Stadt hat ein Pilotprogramm ins Leben gerufen, bei dem die lokalen Behörden für Patienten, die davon profitieren könnten, Museumsbesuche bezahlen.

Die Idee beruht auf einer Studie der Weltgesundheitsorganisation. Sie hat bewiesen, dass Kunst das psychische Wohlbefinden verbessert, Stress abbaut und sogar die körperliche Gesundheit fördert. Die Museen helfen den Menschen, sich mehr zu bewegen und aus dem Haus zu gehen, was besonders vor Operationen und während der Genesung nützlich ist.

Für das Projekt wurden etwa 10.000 Schweizer Franken (etwa 11.300 $) bereitgestellt. Die Ärzte haben bereits etwa 500 dieser Rezepte ausgestellt. Wenn das Programm erfolgreich ist, soll es auf andere künstlerische Aktivitäten wie Theater und Tanz ausgeweitet werden.

Die Initiative kam auch wegen der COVID-19-Pandemie zustande. Die Verantwortlichen der Stadt stellten fest, wie sehr die Schließung von Kultureinrichtungen das Wohlbefinden der Menschen beeinträchtigte.

Dr. Marc-Olivier Sauvin hat bereits zwei Patienten vor Operationen Museen verschrieben. Er ist überzeugt, dass solche Empfehlungen wirksamer sind als der einfache Rat, sich mehr zu bewegen. "Die Patienten empfinden einen Museumsbesuch als viel angenehmer als Medikamente und medizinische Eingriffe", so der Arzt.

Die Anwohner waren von der Idee begeistert.

Eine wunderbare Idee! Jedes Museum der Welt braucht solche Rezepte", sagte Carla Fragier Filliger, eine Museumsbesucherin.

Wenn sich die Idee durchsetzt, hoffen die Organisatoren, dass solche Programme in Zukunft vom nationalen Gesundheitssystem anerkannt werden.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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