Süßes Naschen wird mit Wutausbrüchen bei Kleinkindern in Verbindung gebracht

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Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Snacks und launischem Verhalten bei Kindern gefunden
22:00, 05.05.2026

Die Ernährung von Kleinkindern kann nicht nur mit der körperlichen Gesundheit, sondern auch mit dem Verhalten zusammenhängen. Eine norwegische Studie ergab, dass Vierjährige, die mehr Obst und Gemüse aßen, weniger Anzeichen von Angst, Rückzug und Verhaltensproblemen aufwiesen, während häufige süße und salzige Snacks mit mehr Wutausbrüchen, Aggression oder Hyperaktivität verbunden waren.



Wichtig: Die Studie beweist nicht, dass Süßigkeiten direkt zu Wutanfällen führen. Die Wissenschaftler fanden einen Zusammenhang, keine Ursache-Wirkung-Beziehung.

Details

Die Forscher untersuchten die Daten von 363 Kindern im Alter von 4 Jahren. Die Eltern gaben an, wie oft das Kind Obst, Gemüse und Snacks wie Süßigkeiten, Kekse, Chips oder andere süße und salzige Lebensmittel aß. Das Verhalten der Kinder wurde anhand eines Fragebogens bewertet, der Probleme in zwei Gruppen unterteilt: innere und äußere Probleme.

Zu den inneren Problemen gehören Angst, Traurigkeit, Rückzug und Depression. Zu den äußeren Problemen gehören Wutanfälle, Aggression, Hyperaktivität und andere Formen des "Ausrastens".

Die Ergebnisse zeigten, dass häufigerer Obst- und Gemüsekonsum mit weniger internen und externen Verhaltensweisen verbunden war. Im Gegensatz dazu wurde häufiges Naschen von Süßem und Salzigem mit mehr externen Problemen in Verbindung gebracht - in erster Linie mit Verhaltensweisen, die Eltern als Launenhaftigkeit, Wutausbrüche oder Schwierigkeiten mit der Selbstkontrolle wahrnehmen könnten.

Die Autoren berücksichtigten wichtige Familienfaktoren: die Bildung der Mutter, finanzielle Schwierigkeiten und die psychische Gesundheit der Mutter. Selbst nach diesen Anpassungen blieb der Zusammenhang zwischen Ernährung und Verhalten bestehen.

Allerdings hat die Studie auch ihre Grenzen. Die Mahlzeiten wurden anhand von Berichten der Eltern bewertet, nicht anhand eines genauen Tagebuchs mit Grammangaben und Portionen. Außerdem wurde die Häufigkeit der verzehrten Lebensmittel erfasst, nicht die verzehrte Menge. Die Stichprobe war auch relativ klein und bestand aus Familien in Norwegen, so dass die Ergebnisse nicht automatisch auf alle Kinder übertragen werden können.

Warum es wichtig ist

Das Thema ist für Eltern wichtig, denn die Ernährung von Vorschulkindern wird oft nur im Zusammenhang mit Gewicht, Größe, Vitaminen und Essgewohnheiten diskutiert. Die neue Arbeit fügt einen weiteren möglichen Aspekt hinzu: Die Ernährung kann mit dem emotionalen Zustand und dem Verhalten eines Kindes zusammenhängen.

Die wichtigste Schlussfolgerung ist jedoch nicht, dass man einem Kind Süßigkeiten komplett verbieten sollte. Ein korrekterer praktischer Gedanke ist folgender: Wenn die Ernährung des Vorschulkindes mehr Gemüse, Obst und regelmäßige ausgewogene Mahlzeiten enthält und süße und salzige Snacks nicht zur täglichen Grundlage der Ernährung werden, kann dies mit einem günstigeren emotionalen Hintergrund verbunden sein.

Die Wissenschaftler weisen ausdrücklich darauf hin, dass aufgrund des Beobachtungscharakters der Daten die Kausalität begrenzt ist: Es sind Interventionsstudien erforderlich, um zu testen, ob sich das Verhalten der Kinder ändert, wenn sich ihre Ernährung ändert.

Hintergrund

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und psychischer Gesundheit bei Kindern wird zunehmend untersucht, aber die meisten Studien konzentrierten sich bisher auf Schulkinder und Jugendliche und nicht auf Vorschulkinder. In diesem Sinne ist die neue Arbeit wichtig, gerade weil sie sich mit kleinen Kindern beschäftigt. Andere Studien haben auch gezeigt, dass die Ernährungsgewohnheiten in der Familie, die Essgewohnheiten und das emotionale Klima am Tisch mit dem Verhalten der Kinder in Verbindung gebracht werden können.

Das heißt, die Verbindung kann in beide Richtungen funktionieren. Nicht nur das Essen kann die Stimmung beeinflussen, sondern auch die Stimmung, der Stress, der Schlaf, das familiäre Umfeld oder das Temperament können Einfluss darauf haben, was ein Kind isst und wie die Eltern sein Verhalten sehen.

Quelle

Eine Studie von Nina Cecilie Øverby und Co-Autoren Associations Between Aspects of Diet and Internalising and Externalizing Behaviors in Children Aged 4 Years ist in der Zeitschrift Nutrients in 2026 veröffentlicht. Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Obst, Gemüse, süßen und salzigen Snacks und den Verhaltensergebnissen bei 363 vierjährigen Kindern.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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