Beliebtes Nahrungsergänzungsmittel für das Gehirn ist möglicherweise nicht so nützlich wie angenommen

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Omega-3-Präparate schützen das Gehirn nicht - und könnten mit schlechteren Ergebnissen in Verbindung gebracht werden
Odin Mcraig von Pexels
21:00, 05.05.2026

Omega-3-Präparate werden häufig zur Unterstützung von Herz, Blutgefäßen und Gehirn eingenommen, insbesondere bei älteren Menschen. Eine neue Studie hat jedoch einen unerwarteten Zusammenhang festgestellt: Ältere Menschen, die Omega-3-Präparate einnahmen, hatten einen schnelleren kognitiven Abbau als vergleichbare Teilnehmer, die keine solchen Präparate einnahmen.



Wichtig: Dies bedeutet nicht, dass Omega-3 "Demenz verursacht". Bei der Studie handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, in der ein Zusammenhang festgestellt wurde, nicht um eine bewiesene Ursache.

Einzelheiten

Die Autoren verwendeten Daten aus dem Projekt der Alzheimer's Disease Neuroimaging Initiative. Sie verglichen ältere Teilnehmer, die Omega-3-Präparate einnahmen, mit einer Kontrollgruppe von Personen, die diese nicht einnahmen. Die Gruppen wurden hinsichtlich Alter, Geschlecht, Diagnose und genetischer Risikofaktoren, einschließlich APOE ε4, einer Genvariante, die mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko in Verbindung gebracht wird, aufeinander abgestimmt.

Die Forscher verfolgten die Veränderungen der kognitiven Leistung und der Neurobilddaten fünf Jahre lang. In der Omega-3-Gruppe kam es zu einem schnelleren Rückgang in drei wichtigen Skalen: MMSE, ADAS-Cog13 und CDR-SB. In der Veröffentlichung heißt es, dass die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren mit einem schnelleren Rückgang der MMSE-Werte und einem schnelleren Anstieg der ADAS-Cog13- und CDR-SB-Werte verbunden war, was auf eine kognitive Verschlechterung hindeutet.

Die Wissenschaftler testeten auch, ob dieser Zusammenhang durch klassische Anzeichen der Alzheimer-Krankheit - Amyloid-Akkumulation, Tau-Pathologie oder Atrophie der grauen Substanz - erklärt werden konnte. Der Studie zufolge konnten diese Faktoren den gefundenen Zusammenhang nicht erklären.

Stattdessen fanden die Autoren einen anderen möglichen Mechanismus: einen reduzierten Glukosestoffwechsel in den für Alzheimer anfälligen Gehirnregionen. Eine solche Rate, die mit FDG-PET gemessen wird, könnte eine Verschlechterung der Synapsen widerspiegeln - der Kontakte, über die Neuronen Signale übertragen.

Warum es wichtig ist

Omega-3 wird oft als ein fast unbestreitbar vorteilhaftes Nahrungsergänzungsmittel "für das Gehirn" angesehen. Neue Arbeiten zeigen, dass diese Zuversicht möglicherweise verfrüht ist, insbesondere wenn es um ältere Menschen und eine Nahrungsergänzung speziell zum Schutz vor kognitivem Abbau geht.

Allerdings sind die Daten zu Omega-3 weiterhin widersprüchlich. So kam eine 2025 in Scientific Reports veröffentlichte Meta-Analyse randomisierter Studien zu dem Schluss, dass Omega-3-Fettsäuren bei einigen kognitiven Messgrößen zu bescheidenen Verbesserungen führen können. Die Autoren wiesen jedoch auch auf die Heterogenität der Daten und den unterschiedlichen Grad an Sicherheit der Nachweise für einzelne kognitive Bereiche hin.

Die wichtigste Schlussfolgerung ist also nicht, dass Omega-3 "schlecht für alle" ist. Die korrektere Schlussfolgerung ist, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht als garantierte Vorbeugung gegen Gedächtnisstörungen eingenommen werden sollten und dass ihre Einnahme - insbesondere bei älteren Menschen und bei bereits bestehenden kognitiven Problemen - am besten mit einem Arzt besprochen werden sollte.

Hintergrund

Omega-3-Fettsäuren, einschließlich EPA und DHA, sind in der Tat wichtig für den Körper und kommen in fettem Fisch, Meeresfrüchten, einigen pflanzlichen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln vor. Aber die Wirkung von Nahrungsmitteln und die Wirkung von Kapseln sind nicht dasselbe.

Die neue Studie bezieht sich speziell auf Nahrungsergänzungsmittel, nicht auf Fisch in der Ernährung. Sie kann daher nicht als Argument gegen eine ausgewogene Ernährung oder Lebensmittel mit hohem Omega-3-Gehalt verwendet werden. Sie unterstreicht vielmehr, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht die medizinische Bewertung von Risiken, Ernährung und allgemeiner Gesundheit ersetzen sollten.

Quelle

Eine Studie von Zheng-Bin Liao et al Der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Omega-3-Supplementen und dem kognitiven Verfall bei älteren Erwachsenen ist in der Zeitschrift The Journal of Prevention of Alzheimer's Disease 2026 veröffentlicht. Die Autoren verwendeten ADNI-Daten, kognitive Skalen und Neuroimaging-Messungen, um den Zusammenhang zwischen einer Omega-3-Supplementierung und kognitiven Veränderungen bei älteren Erwachsenen zu bewerten.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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