Wie viele Ukrainer haben seit 2022 in Polen Schutz erhalten: Angaben des Außenministeriums
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Seit Beginn des umfassenden Krieges haben Millionen Ukrainer in Polen rechtliche und finanzielle Unterstützung erhalten. Nach Angaben des polnischen Außenministeriums haben 77 % der Polen den Flüchtlingen persönlich geholfen, und die Gesamtausgaben der Bürger für die Unterstützung der Ukrainer beliefen sich auf über 10 Milliarden Zloty.
Polen gehört zu den Ländern, die seit Beginn der großangelegten Invasion Russlands die meisten Ukrainer aufgenommen haben. Seit 2022 haben 1,73 Millionen ukrainische Flüchtlinge in Polen rechtlichen und finanziellen Schutz erhalten. Dies teilte das polnische Außenministerium mit.
Wie Polen den Ukrainern geholfen hat
Nach Angaben des polnischen Außenministeriums wurde die Unterstützung der Ukrainer nicht nur zu einem staatlichen Programm, sondern auch zu einer groß angelegten gesellschaftlichen Initiative.
77 % der polnischen Bürger beteiligten sich persönlich an der Hilfe für ukrainische Flüchtlinge, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.
Ein noch konkreterer Ausdruck der Unterstützung war die Bereitstellung von Unterkünften. Etwa 7 % der Polen öffneten ihre eigenen Häuser für Ukrainer, die aufgrund des Krieges gezwungen waren, ihr Land zu verlassen. Darüber hinaus gaben die Einwohner Polens insgesamt mehr als 10 Milliarden Zloty für die Hilfe an ihre ukrainischen Nachbarn aus.
Im polnischen Außenministerium wird betont, dass hinter diesen Zahlen eine groß angelegte Freiwilligenbewegung steht, an der sich sowohl normale Bürger als auch verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligt haben.
Diese Zahlen gehen weit über reine Statistiken hinaus – sie spiegeln die umfangreichen Bemühungen von Basisorganisationen wider, die darauf abzielen, Menschen in Not in dieser für sie schwierigen Zeit zu unterstützen, hieß es aus dem Ministerium.
Polen wurde zu einem der wichtigsten Zentren für die Hilfe an Ukrainer
Nach Ausbruch des umfassenden Krieges flohen Millionen Ukrainer vorübergehend in benachbarte europäische Staaten. Aufgrund seiner geografischen Nähe wurde Polen zu einem der wichtigsten Ziele für Menschen, die vor den Kampfhandlungen flüchteten.
Die Hilfe umfasste nicht nur die Bereitstellung von vorübergehender Unterkunft und materieller Unterstützung, sondern auch den Zugang zu sozialen Dienstleistungen und anderen Formen des Schutzes.
Dabei spielte auch die polnische Gesellschaft in den ersten Monaten des Krieges eine bedeutende Rolle, als sich die staatlichen Hilfsmechanismen noch im Aufbau befanden, wie das Außenministerium feststellte.
Es sei darauf hingewiesen, dass sich nach den neuesten verfügbaren offiziellen Daten von Eurostat am 30. Juni 2026 in Polen 961.170 Menschen aus der Ukraine mit dem Status des vorübergehenden Schutzes aufhielten. Dies ist der zweithöchste Wert in der Europäischen Union nach Deutschland, wo 1,286 Millionen Menschen Schutz genossen. Im Juni sank die Zahl der Ukrainer mit vorübergehendem Schutz in Polen um 6.335 Personen bzw. um 0,7 %.
Vor dem Hintergrund, dass weiterhin fast eine Million Ukrainer in Polen leben, hat sich die Einstellung eines Teils der polnischen Gesellschaft gegenüber ihrer Anwesenheit im Vergleich zu den ersten Jahren des umfassenden Krieges deutlich verändert.
Laut einer neuen Studie des polnischen Meinungsforschungsinstituts CBOS, die am 20. August 2026 veröffentlicht wurde, hat sich die soziale Distanz der Polen gegenüber den Ukrainern im Vergleich zum Jahr 2023 vergrößert. Zwar ist die absolute Mehrheit nach wie vor bereit, Ukrainer im Alltag zu akzeptieren, doch sind die Werte der Unterstützung deutlich gesunken. So sind beispielsweise 83 % der Polen bereit, einen Ukrainer als Kollegen zu haben, was jedoch 8 Prozentpunkte weniger ist als in der vorherigen Studie. Einen Ukrainer als Nachbarn würden 82 % der Befragten akzeptieren – das sind 10 Prozentpunkte weniger. Weitere 75 % sind bereit, einen ukrainischen Arzt aufzusuchen, was ebenfalls 10 Prozentpunkte weniger als der vorherige Wert darstellt.
Ein deutlicherer Rückgang ist bei Fragen zu engeren sozialen Kontakten zu beobachten. 63 % der Polen wären bereit, einen Ukrainer als Schwiegersohn oder Schwiegertochter zu akzeptieren, wobei dieser Wert um 15 Prozentpunkte gesunken ist. 58 % der Befragten stimmen einem Ukrainer als Kindermädchen für ihr Kind zu, 55 % einem Ukrainer in der Rolle eines Vorgesetzten. Im letzteren Fall betrug der Rückgang innerhalb von drei Jahren gleich 18 Prozentpunkte.
Ein noch eindeutigeres Bild ergibt die CBOS-Umfrage vom Juli zur Hilfe für ukrainische Flüchtlinge. 52 % der Polen sprachen sich gegen die weitere Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge aus, während 42 % diese Politik befürworteten. Gleichzeitig gaben 54 % der Befragten an, dass die Hilfe Polens für die Ukrainer zu umfangreich sei, während ein Jahr zuvor 50 % dieser Ansicht waren.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.














