Russland hat neue Waffen aus Nordkorea erhalten: Welche Regionen der Ukraine könnten davon bedroht sein?

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Nordkorea hat Russland etwa 50 ballistische Raketen übergeben
ZTAK
12:00, 22.08.2026

Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes werden nordkoreanische KN-30-Raketen im Gebiet Woronesch stationiert. Ihre Reichweite ermöglicht potenziell Angriffe auf die Oblasten Sumy, Charkiw, Tschernihiw, Kiew, Poltawa, Dnipropetrowsk und Saporischschja.



Russland hat die erste Lieferung nordkoreanischer ballistischer Raketen vom Typ KN-30, auch bekannt als Hwasong-11C, erhalten und mit deren Stationierung im Gebiet Woronesch begonnen. Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes handelt es sich um einen neuen Raketentyp, der bislang öffentlich nicht mit den russischen Angriffen auf die Ukraine in Verbindung gebracht wurde, wie Army Recognition berichtet .

Nach Angaben des Hauptverwaltungsamtes für Aufklärung (GUR) hat Nordkorea bis Juli 2026 rund 50 ballistische Raketen der Typen KN-23, KN-24 und KN-30 an Russland geliefert. Darüber hinaus werden im Gebiet Woronesch sechs Abschussrampen stationiert, die von nordkoreanischen Militärangehörigen gemeinsam mit der russischen 112. Raketenbrigade bedient werden können.

Dabei weisen die Analysten des ISW darauf hin, dass bislang keine Beweise dafür vorliegen, dass genau diese Raketen gegen die Ukraine eingesetzt wurden.

Was ist über die neue Rakete bekannt?

Die KN-30 gilt als Weiterentwicklung der nordkoreanischen Hwasong-11-Familie, zu der auch die von Russland bereits eingesetzten Raketen KN-23 und KN-24 gehören. Nach veröffentlichten Schätzungen ist die neue Rakete etwa 10,1 bis 10,2 Meter lang und hat einen Durchmesser von etwa 1,26 Metern.

Die angegebene Reichweite der KN-30 wird auf etwa 600–900 km geschätzt, während das Gewicht des Gefechtskopfes bis zu 2,5 Tonnen betragen kann. Allerdings liegen für einen Teil dieser Angaben bislang keine unabhängigen Bestätigungen vor, weshalb sie als angegebene oder geschätzte Werte zu betrachten sind. Die große Reichweite bedeutet, dass die Abschussanlagen tiefer im russischen Staatsgebiet stationiert werden können, während gleichzeitig die Möglichkeit besteht, Ziele in der Ukraine zu treffen.

Welche Gebiete könnten in die Reichweite geraten?

Die Stationierung nordkoreanischer Raketen im Gebiet Woronesch erweitert potenziell den Kreis der ukrainischen Regionen, gegen die Russland ballistische Angriffe durchführen könnte.

Nach Einschätzung des ISW könnten von diesem Gebiet aus die Oblasten Sumy, Charkiw, Tschernihiv, Poltawa, Kiew, Dnipropetrowsk und Saporischschja in die Reichweite solcher Raketen fallen. Das konkrete Gebiet hängt von der tatsächlichen Reichweite der Raketen und der genauen Position der Abschussrampen ab.

Somit betrifft die potenzielle Bedrohung nicht nur die Grenzgebiete, sondern auch den zentralen Teil der Ukraine, einschließlich der Oblast Kiew.

Wie viele Raketen könnte Russland erhalten?

Eines der wesentlichsten Details betrifft nicht die bereits übergebenen Raketen, sondern die Aussicht auf eine weitere Stationierung.

Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes könnten in der Region Woronesch sechs Abschussrampen stationiert werden, und die Gesamtmunitionsbestände der Einheit könnten potenziell 120 Raketen erreichen. Dabei handelt es sich jedoch um einen angekündigten Plan bzw. eine mögliche Stationierung und nicht um eine derzeit bestätigte Verfügbarkeit von 120 KN-30-Raketen.

Sollten solche Lieferungen fortgesetzt werden, erhält Russland eine zusätzliche Quelle für ballistische Munition, mit der es sein eigenes Arsenal, einschließlich der Raketen des „Iskander-M“-Komplexes, ergänzen kann.

Warum dies eine zusätzliche Belastung für die Luftabwehr darstellt

Ballistische Raketen gehören zu den schwierigsten Zielen für die Luftabwehr. Zu ihrer Abfangung sind spezialisierte Systeme erforderlich, doch der Bestand an solchen Mitteln ist in der Ukraine begrenzt.

Daher kann bereits eine relativ kleine Lieferung nordkoreanischer Raketen von Bedeutung sein: Die russische Armee wird in der Lage sein, die Anzahl ballistischer Ziele im Rahmen kombinierter Angriffe zu erhöhen und so die ukrainische Luftabwehr dazu zu zwingen, ihre begrenzten Bestände an Abfangraketen aufzubrauchen.

Dabei könnte die KN-30, wie auch andere nordkoreanische Raketen, Probleme mit der Treffgenauigkeit haben. Das ISW weist unter Berufung auf einen ukrainischen Militärexperten darauf hin, dass nordkoreanische KN-23 in einigen Fällen erheblich vom berechneten Treffpunkt abgewichen sind. Gleichzeitig können sie einen schwereren Sprengkopf tragen, was das potenzielle Ausmaß der Zerstörung bei einem Treffer erhöht.

Russland hat bereits Raketen aus Nordkorea eingesetzt

Die Lieferung ballistischer Raketen aus Nordkorea an die russische Armee ist keine neue Praxis. Moskau hat bereits KN-23 und KN-24 gegen die Ukraine eingesetzt, und deren Einsatz wurde sowohl von ukrainischer als auch von internationaler Seite dokumentiert.

Das Neue an der aktuellen Situation ist das Auftauchen von Informationen über Lieferungen speziell der KN-30 sowie die mögliche Einrichtung einer eigenständigen nordkoreanischen Raketeneinheit auf russischem Territorium. Nach Angaben des ISW könnten sich in deren Reihen auch Soldaten der DVRK befinden.

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13:30, 17.08.26
Elena Rasenko
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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