Vegane Mode: umweltfreundlich oder nur trendy?
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Auf dem Etikett steht "100% vegan", aber eigentlich ist es eine Mischung aus recyceltem Polyester und Polyurethan.
Es sieht so aus, als würde man sich um die Natur kümmern, aber in Wirklichkeit ist es wieder Plastik. Die Begriffe "vegan" und "pflanzlich" sind heute nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch in der Mode zum Trend geworden. The Conversation geht der Frage nach, was sich dahinter verbirgt.
Wenn wir eine "vegane Jacke" oder eine "Öko-Tasche" kaufen, hoffen wir auf eine ethische und umweltfreundliche Produktion. Die Realität ist jedoch komplizierter. Oft handelt es sich bei so genanntem 'veganem Leder' genau genommen um Synthetik, vor allem Polyurethan, das sich nicht abbaut und Mikroplastik freisetzt.
Vegan ist nicht immer grün
Selbst wenn recycelter Kunststoff verwendet wird, bedeutet das nicht, dass die Sache für den Planeten sicher ist. Die Herstellung solcher Stoffe erfordert Energie, und die Materialien selbst verschmutzen die Umwelt weiter, wenn sie gewaschen und entsorgt werden. Manchmal ist veganes Leder schädlicher als natürliches Leder - zum Beispiel pflanzlich gegerbtes Leder, das leichter abbaubar ist und ein Nebenprodukt der Fleischindustrie ist.
Es gibt Alternativen: Leder aus Kakteen, Pilzmyzel und Algen. Aber auch hier ist nicht alles eindeutig. Solche Produkte enthalten oft synthetische Zusatzstoffe und erfordern besondere Bedingungen für die Zersetzung - hohe Temperatur, Feuchtigkeit und spezifische Mikroorganismen. Mit anderen Worten: Es ist unwahrscheinlich, dass ein "Bio-Beutel" auf dem Kompost der Datscha von alleine verschwindet.
Wo die Mode endet und das Marketing beginnt
Songyi Yang, eine Forscherin für nachhaltige Mode, und ihre Kollegen haben die Websites von 21 Marken untersucht, die mit innovativen Materialien arbeiten. Die Schlussfolgerung: Es gibt fast keine Transparenz. Die Hersteller geben selten genau an, woraus das Produkt besteht, wie lange es haltbar ist und ob es recycelt werden kann.
Begriffe wie 'biologisch abbaubar', 'vegan' oder 'umweltfreundlich' sind in der EU und im Vereinigten Königreich immer noch kaum gesetzlich geregelt. Sie mögen also schön klingen, aber ohne entsprechende Zertifikate bedeuten sie wenig.
Was soll ein Verbraucher tun?
Hier sind einige einfache Faustregeln, die Ihnen helfen, zwischen einer umweltfreundlichen Wahl und einem 'grünen Scherz' zu unterscheiden:
🔎 Lesen Sie die Zusammensetzung. Glauben Sie nicht nur den Etiketten "auf pflanzlicher Basis", sondern achten Sie darauf, ob Kunststoffe in der Zusammensetzung enthalten sind (Polyurethan, Polyester).
📜 Sc hauen Sie sich die Zertifizierungen an: GOTS, GRS, Cradle-to-Cradle - das sind echte Zertifizierungen, nicht nur Worte.
🧵 Denken Sie Jahre im Voraus: ein langlebiger Artikel ist umweltfreundlicher als ein Wegwerfartikel.
🗣️ Suchen Sie nach ehrlichen Marken. Veja zum Beispiel ist ehrlich in Bezug auf die Tatsache, dass pflanzlich gegerbtes Leder noch nicht ideal für die Massenproduktion ist, aber sie arbeiten an Verbesserungen.
Nicht alles, was vegan ist, ist auch grün, und nicht alles, was grün ist, ist auch ehrlich. Nachhaltigkeit ist kein Schlagwort, sondern ein echtes Anliegen, wie, woraus und warum die Dinge hergestellt werden.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













