Wissenschaftler haben herausgefunden, wie uralte fliegende Eidechsen kolossale Größen erreichen konnten

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Vergleich der anatomischen Unterschiede zwischen nicht-pterodactylomorphen und pterodactylomorphen Pterosauriern. (A) Eine Paläoart-Rekonstruktion von Scaphognathus crassirostris (Oberer Jura), der auf einen Baum klettert. (B) Paläoart-Rekonstruktionen von Balaenognathus maeuseri (Oberer Jura), der auf dem Boden läuft. (C) Rekonstruktionen von Scaphognathus (links) und Balaenognathus (rechts) in Dorsalansicht mit den wichtigsten Flugflächen. (D) Vereinfachte Phylogenie der Pterosaurier mit den wichtigsten taxonomischen Gruppen, die in dieser Studie verwendet wurden
Current Biology, Robert S.H. Smyth et al.
08:30, 08.10.2024

Ein Team von Paläobiologen hat umfangreiche Analysen der Struktur und der Proportionen praktisch aller bekannten Pterosaurierformen durchgeführt und dabei ihre gesamte Evolutionsgeschichte berücksichtigt.



Die Studie zeigt, wie diese fliegenden Echsen kolossale Größen erreichen, eine Vielzahl ökologischer Nischen besetzen und einzigartige anatomische Merkmale entwickeln konnten. Die Studie wurde in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht.

Pterosaurier waren die ersten fliegenden Wirbeltiere auf der Erde. Sie tauchten in der späten Triasperiode vor etwa 227 Millionen Jahren auf und existierten bis zum Ende der Kreidezeit vor etwa 66 Millionen Jahren, als ein Massenaussterben stattfand.

Während ihrer Existenz erreichten die Pterosaurier eine erstaunliche Vielfalt an Formen und Größen. Anfang 2023 wurde in Bayern ein gut erhaltenes Skelett von Balaenognathus maeuseri entdeckt, einem Flugsaurier mit einem Kiefer, der mit kleinen, borstenartigen Zähnen besetzt war, die einem Kamm ähnelten. Diese Art hatte eine Flügelspannweite von etwas mehr als einem Meter. Eine ähnliche Struktur war zuvor bei dem Flugsaurier Pterodaustro bekannt, der nur am Unterkiefer Borsten hatte.

Einige Flugsaurier aus der Kreidezeit erreichten wahrhaft gigantische Größen. Zum Beispiel hatten Vertreter der Familie der Azhdarchiden wie Aramburgian und Hacegopteryx eine Flügelspannweite von bis zu 11 Metern. Einige von ihnen hatten bis zu drei Meter lange Schädel, was sie zu den größten fliegenden Kreaturen macht, die jemals auf der Erde gelebt haben.

Britische und amerikanische Paläobiologen haben die Geschichte der Veränderungen an den Gliedmaßen der Pterosaurier untersucht, um die Entwicklung ihres Bewegungsapparates zu verstehen. Sie analysierten die Struktur, die Länge und die Proportionen der Phalangen der ersten drei Finger der Vordergliedmaßen, die in Krallen endeten, und der Knochen der ersten vier Finger der Hintergliedmaßen. Diese Finger wurden von den Pterosauriern benutzt, um sich auf verschiedenen Oberflächen fortzubewegen.

Die frühen Pterosaurier konnten auf Bäume klettern, da ihre Finger den Füßen moderner Vögel ähnelten. Während der mittleren Jurazeit, vor etwa 160 Millionen Jahren, begannen einige Arten, wie Propterodactylus und Douzhanopterus, zu einer terrestrischen Lebensweise überzugehen. Ihre Gliedmaßen veränderten sich, so dass sie sich auf vier Beinen effizient auf dem Boden bewegen konnten.

Mit dem Übergang zum Leben auf dem Boden entfiel die Einschränkung der Körpermasse, die mit dem Klettern auf Bäume verbunden war. Dadurch konnten die Pterosaurier erheblich an Größe zunehmen und neue ökologische Nischen besetzen. Die terrestrische Lebensweise ebnete den Weg für die Entwicklung einer Vielzahl von Anpassungen und ermöglichte es diesen Eidechsen, erfolgreich mit anderen Arten zu konkurrieren.

Studienautor Robert Smith, ein Forscher an der Universität von Leicester, sagte:

Wenn wir verstehen, wie sich die Pterosaurier nicht nur in der Luft, sondern auch auf dem Boden fortbewegten, hilft uns das, ihre Evolution und ihre Rolle in den antiken Ökosystemen besser zu verstehen. Der Flug ist nur ein Teil ihrer Geschichte; das Studium des Bodenverhaltens eröffnet neue Horizonte in der Paläontologie.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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