In einem Museum in Deutschland fand man die Mumie eines Affen, der Federn trug
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Ein deutsches Museum hat ein ungewöhnliches Exponat neu untersucht - eine mit Stoff und Federn verzierte Affenmumie. Lange Zeit war sehr wenig darüber bekannt: Das Objekt befand sich seit dem 19. Jahrhundert in einer europäischen Sammlung, aber seine Herkunft, sein Alter und sein Zweck blieben unklar.
Jetzt hat ein internationales Forscherteam enthüllt, dass es sich um die Mumie eines schwarz-goldenen Brüllaffen handelt, des südamerikanischen Affen Alouatta caraya. Der Analyse zufolge stammt das Tier wahrscheinlich aus dem Nordosten Argentiniens, aus einer Region, die mit dem Gran Chaco und dem Flussbecken des Paraná verbunden ist. Die Arbeit wurde in der Zeitschrift Archaeological and Anthropological Sciences veröffentlicht.
Am interessantesten ist, dass die Mumie nicht nur getrocknet und konserviert wurde. Sie war mit Stoffen, Federn von Nandu und weißen Reihern verziert. Die Wissenschaftler glauben, dass ein solches Objekt einen zeremoniellen Wert haben könnte. Aber das ist eine vorsichtige Version: Es gibt noch keine direkten Beschreibungen eines solchen Rituals.
Details
Die Mumie wird im Museum für Archäologie auf Schloss Gotthorf in Deutschland aufbewahrt. Alten Museumsaufzeichnungen zufolge gelangte sie im späten 19. Jahrhundert in die europäische Sammlung. Früher wurde sie als ethnographisches Objekt aus Südamerika betrachtet, aber sie wurde nicht mit modernen Methoden im Detail untersucht.
Die Forscher führten molekulare, morphologische, isotopische, Radiokohlenstoff- und Archivanalysen durch. Dadurch konnten sie die Art des Tieres, die ungefähre Herkunftsregion, das Alter und die Art der Präparation der Mumie bestimmen.
Die Analysen ergaben, dass es sich um einen jungen erwachsenen schwarz-goldenen Brüllaffen handelte. Die Radiokarbondatierung ordnete die Mumie in die späte vorkoloniale oder frühe Kolonialzeit ein, etwa zwischen dem 15. und 17.
Der Körper wurde durch Austrocknung konserviert. Im Inneren befand sich Pflanzenmaterial, das Stroh oder Holzfasern ähnelte. Die Außenseite der Mumie war mit Stoff und Federn verziert. Solche Details sind wichtig: Sie zeigen, dass wir nicht zufällig ein getrocknetes Tier vor uns haben, sondern ein speziell präpariertes Objekt.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Affe vor der Mumifizierung in freier Wildbahn gefangen oder kurz in der Nähe von Menschen gehalten worden sein könnte. Die Isotopenanalyse deutet auf eine pflanzliche Ernährung hin, die einer längeren menschlichen Ernährung nicht unähnlich ist, so dass die Version der kurzen Haltung wahrscheinlicher erscheint.
Warum das wichtig ist
Primatenmumien werden normalerweise mit trockenen Regionen in Verbindung gebracht - wie Ägypten oder Nordchile. Dieser Fund ist insofern ungewöhnlich, als er aus dem subtropischen Südamerika stammt, wo solche Objekte viel weniger gut erhalten sind. Schon allein die Erhaltung der Mumie macht sie daher selten.
Der Fund hilft uns auch zu verstehen, welchen Platz Affen im Glauben der indigenen Völker des Gran Chaco gehabt haben könnten. In den Mythen und Geschichten einiger Völker der Region werden Brüllaffen mit Verwandlung, Schamanen, Stimme, Wind, Regen und anderen Naturkräften in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund sind die Forscher vorsichtig mit der Annahme, dass die Mumie in einem rituellen oder zeremoniellen Kontext verwendet worden sein könnte.
Aber es ist wichtig, nicht zu voreilige Schlüsse zu ziehen. Die Wissenschaftler haben keine schriftliche Beschreibung eines bestimmten Rituals gefunden, bei dem eine solche Mumie verwendet wurde. Die rituelle Funktion ist eine Rekonstruktion, die auf mehreren Attributen beruht: Tierart, Schmuck, Museumsdaten, Herkunftsregion und kultureller Kontext.
Hintergrund
Schwarz-goldene Brüllaffen leben in Südamerika und sind für ihre laute Stimme bekannt. Ihre Schreie sind aus großer Entfernung zu hören, so dass es nicht verwunderlich ist, dass diese Tiere in traditionellen Darstellungen eine besondere Bedeutung erhalten haben könnten.
Die Geschichte der Mumie selbst zeigt auch eine andere Seite der Wissenschaft: Wichtige Entdeckungen werden manchmal nicht auf dem Feld, sondern in Museumssammlungen gemacht. Das Objekt lag jahrzehntelang in einer Sammlung, bis neue Techniken - DNA-Analyse, Isotope und Radiokarbondatierung - es ermöglichten, seine wahre Geschichte zu erkennen.
Quelle
Bernardo Urbani et al, "Inside a monkey with rhea feathers: Characterising the nonhuman primate mummy from the Gran Chaco, South America", Archaeological and Anthropological Sciences, 2026.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













